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Die Bunten kommen:
Europameisterschaft der Appaloosa in Aachen Einmal auf dem berühmten Aachener Gelände zu reiten, der Heimat
des legendären CHIO und der Weltreiterspiele 2006, das ist offenbar
auch für Westernreiter etwas ganz Besonderes. So führt der
Appaloosa Horse Club Germany (ApHCG) in diesem Jahr vom 4.
bis 7. Oktober ebenfalls seine Europameisterschaft in Aachen durch. Etwa 200 Pferde aus ganz Europa
geben sich hier ein Stelldichein,
um die Europameister
in den diversen Westernreitdisziplinen
zu ermitteln. Startberechtigt
sind ausschließlich reinblütige
Appaloosapferde. Ausgeschrieben
sind die Futurity für
Nachkommen der in das Zuchtprogramm
des APHCG einbezahlten
Hengste sowie Halterklassen
(Zuchtschauen an der
Hand) und Reitklassen in diversen
Disziplinen.
Die EM beginnt am Donnerstag
mit der Hengstkörung. Um
14Uhr wird die EM offiziell eröffnet.
Einen echten Leckerbissen
für die Zuschauer bildet die große
Cutting-Night am Samstag
Abend, für die bereits hochkarätige
Starter gemeldet haben,
darunter der vielfache Europameister
Jürgen Döring, Roul
Breeur, Dave Young, Wolfgang
Borhegyi, Katrin Müller, Heiko
Stelljes, Gerd Rust, Christian
Meyer, Alexandra Witt und zwei
Amateure aus dem Stall von Paul
Derrez. Einige der Teilnehmer
werden zwei Pferde showen;
zusätzlich wird es noch eine
ApHCG-Open-Cutting-Klasse
geben.
Genauer Zeitplan und weitere
Infos www.aphcg.de
www.aphc-germany.de
Der Appaloosa –
ein Rasseporträt
Der Appaloosa zählt zu den Westernpferderassen.
Er geht auf die
Pferde zurück, die die spanischen
Eroberer nach Amerika brachten.
Gegen 1710 gelangten die ersten
Pferde zu den Nez-Perce-Indianern,
einem Fischer- und Sammlervolk,
das sich zu Pferdezüchtern
par Excellence entwickeln
sollte (was übrigens nur zwei Indianerstämme
wirklich schafften).
Die Qualität dieser Appaloosa
(der Name stammt vom Palouse
River) war derart hoch, dass sogar
Lewis und Clark auf ihrer
historischen Expedition 1806 davon
berichteten. Ihre Qualitäten
mussten die Appaloosa auf harte
Weise unter Beweis stellen. Als
sich die Nez-Perce-Indianer unter
Chief Joseph 1877 weigerten,
ins Reservat zu gehen und vor
der Kavallerie flüchteten, legte
der Stamm 1300 Meilen durch
schwierigstes Gelände mit über
2000 m Höhendifferenz zurück.
Schließlich wurden sie einen Tagesmarsch
vor der kanadischen
Grenze gestellt und ins Reservat
gebracht. Ihre Pferde nahm man
ihnen weg. Diese fanden reißenden
Absatz, waren doch ihre
Qualitäten und ihre Ausdauer
mittlerweile legendär. So wurden
die wertvollen Appaloosas
in alle Winde zerstreut und vielfach
mit anderen Rassen vermischt.
Kurz: eine außergewöhnliche
Pferderasse drohte
auszusterben.
Dann nahm sich 1938 eine kleine
Handvoll engagierter Züchter
der Sache an und gründete
den Appaloosa Horse Club in
den USA. Heute ist aus einem
kleinen Stamm von 113 eingetragenen
Pferden eine weltweit
verbreitete Zucht von über
670 000 Pferden geworden. Die
Rasse wird in Deutschland durch
den ApHCG vertreten, der sich
die Förderung der Appaloosa-
Rasse und deren Züchtern verschrieben
hat. Er verfügt mittlerweile
über etwa 1000 Mitglieder.
Der Verband richtet u. a. das
Nachwuchschampionat Futurity
aus, das dieses Jahr zusammen
mit der EM ausgetragen wird.
Rassestandard
Die Pferde der Nez Perce galten
als schnelle, handliche Tiere mit
großer Ausdauer und athlehtischem
Gebäude. Daher war und
ist Zuchtziel bei den Appaloosa
ein symmetrisch gebautes, gut
bemuskeltes Pferd. Der Kopf soll
edel, mit gerader Nasenlinie, mittelgroßen
Ohren und weit auseinanderstehenden
klaren
Augen, sein. Der Hals ist schlank
und gut angesetzt, die Schulter
lang, schräg und gut bemuskelt
und geht in einen kurzen Rücken
mit schräg abfallender Kruppe
über. Die Gliedmaßen sollen hart
sein mit kurzer Röhre und zum
Fundament passendem Huf.
Der Appaloosa fällt äußerlich
zunächst einmal durch seine ‚Tigerscheckung’
auf, die es in unterschiedlichsten
Variationen
gibt. Im Gegensatz zu anderen
Tigerschecken wie z. B. dem
Knabstrupper verfügt er zudem
über weitere spezifische Rassemerkmale
wie die längs gestreiften
Hufe und den weißen
Ring um die Pupille (Menschenauge)
sowie die gefleckte Haut.
Da in der Vergangenheit viele
American Quarter Horses eingekreuzt
wurden, zeichnen sich viele
Appaloosa auch durch die typische
Bemuskelung und den
Körperbau des Quarters aus. Bei
stichelhaarigen Appaloosa treten
oft auch ähnlich einer Schattenzeichnung
dunkle Fellhaare z. B.
am Hüftknochen, am Ellenbogen
oder im Bereich des Knies auf.
Zuchtziel des Appaloosas ist ein
freundliches, zuverlässiges und
vielseitiges Pferd, das sich für
den Freizeitbereich ebenso eignet
wie für den großen Turniersport.
Wie bei den anderen
Westernpferderassen gibt es
auch hier spezielle Zuchtrichtungen
etwa für Halter, Pleasure
oder Reining. |
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