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Hufpflege:
Teil 2:
Wann Huffett sinnvoll ist Seine die Hauptaufgabe von Huffett ist nicht etwa, das Horn mit
bestimmten Nährstoffen zu versorgen, sondern vielmehr je nach
Bedarf die Feuchtigkeit im Huf zu konservieren bzw. den Huf vor
zu starker Feuchtigkeitsaufnahme zu schützen. Da Fett Wasser abstößt,
ist der Feuchtigkeit sowohl der Weg aus dem Horn heraus
als auch in es hinein erschwert. Zu trockene Hufe sollten deshalb
zuerst gewässert und anschließend in noch leicht feuchtem Zustand
gefettet werden, während zu feuchte Hufe trocken eingefettet
werden sollten, bevor das Pferd auf die nasse Wiese geht.
Ein weiterer Effekt des Huffettes ist, dass es auch das Eindringen
unerwünschter Feuchtigkeit in den Huf – wie zum Beispiel Urin
aus der Einstreu – verhindert. Was aber ist zu feucht oder zu
trocken beziehungsweise welches
ist das richtige Maß für die
Feuchtigkeit? Leider können wir
das nicht so einfach messen wie
mit einem Hygrometer für den
Blumentopf, den man in die Erde
steckt, aber: Die Studie der Molekularchemikerin
Dr. Duer zufolge
liegt der ideale Feuchtigkeitsgehalt
des Hufhornes bei etwa
25 %. Das ist in etwa dann,
wenn der Huf uns eher etwas zu
trocken erscheint!
Das Abspritzen mit dem
Schlauch führt einem zu trockenen
Huf in aller Regel nicht genügend
Wasser zu, da die Zeit für
das Horn viel zu kurz ist, um die
Feuchtigkeit aufnehmen zu können.
Besser wäre längeres Stehen
im Wasser- in einem fließenden
Gewässer zum Beispiel, oder,
wer es seinem Pferd beigebracht
hat, in wassergefüllten Eimern.
In der Natur und bei 24-stündiger
Weidehaltung auf entsprechend
großen Flächen sorgt der
Morgentau auf dem Gras stets
für die nötige langsame und kontinuierliche
Feuchtigkeitszufuhr.
Diese Situation kann am ehesten
durch spezielle Hufglocken
simuliert werden, die mit einem
feuchtigkeitsspeichernden Granulat
oder Naturschwamm gefüllt
sind. Im nassen Zustand angelegt,
geben sie die Feuchtigkeit
langsam über einen längeren
Zeitraum hinweg ab. Eine
sehr effektive Maßnahme zur
Hufpflege.
Achten Sie bei der Auswahl des
Huffettes unbedingt auf beste Qualität.
Es ist auch nicht ratsam, Huffett
in zu großen Gebinden einzukaufen,
denn überlagertes Huffett
kann ranzig werden. Die Anwendung
von verdorbenen Fetten ist
immer kontraproduktiv!
Neben den Fetten gibt es auch
Salben, Lotionen und Balsame,
die eine wachstumsfördernde
Wirkung auf den Huf versprechen.
Sie können aber nur wirken,
wenn sie in den Kronrand
einmassiert werden, denn von
hier aus wächst das Horn. Auf
die Hufwand aufgetragen nutzen
sie nichts. Die Wachstumsbeschleunigung
geschieht in
erster Linie durch eine verbesserte
Durchblutung des Kronsaums,
wobei sicherlich nicht
ganz klar ist, ob diese wirklich
durch die Inhaltsstoffe der Lotion
oder durch das Einmassieren
hervorgerufen wird. Vorsicht:
Manche Pferde reagieren
empfindlich oder sogar allergisch
auf Inhaltsstoffe solcher
auf den Kronrand aufgetragener
Lotionen, was bis hin zur
Saumbandentzündung führen
kann. Diese ist nicht nur unangenehm
und schmerzhaft,
sondern beeinflusst das gesamte
Hornwachstum negativ,
da das Produktionszentrum
des Hufhorns angegriffen ist.
Bei Anzeichen von Berührungsempfindlichkeit
am Kronrand
und/oder aufgestellten Haaren
am Kronsaum ist die Anwendung
solcher Produkte deshalb
sofort zu stoppen!
Trotz allem muss es natürlich ein
Hauptinteresse der Hufpflege
sein, die Wachstumsgeschwindigkeit
des Hufwachstumes zu
optimieren, dass das Hufhorn
möglichst kurze Zeit der schädigenden
Umwelt ausgesetzt ist.
Weitere Infos unter:
www.hufbeschlagschule.de |
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