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Hufpflege: Tägliches Auskratzen der Hufe ist dann nötig, wenn sie mit Mist
und Urin in Kontakt kommen. Bei reinen Weidepferden ist es nicht
zwingend nötig. Der amerikanische Hufschmied Gene Ovnicek,
der für seine Hufstudien an wildlebenden Mustangs bekannt
geworden ist, vertritt sogar die Meinung, die sich unter der Hufsohle
bildende und die Strahlfurchen ausfüllende "Lehmpackung"
sei wichtig, um eine optimale Last- und Druckverteilung im Huf
zu erreichen. Dieser Gedanke ist zumindest interessant, zumal im
Hufbeschlag bei verschiedenen Hufproblemen ja häufig versucht
wird, genau diesen Effekt wieder mit Sohlenpolstern oder Ausspritzen
der Sohle mit Spezial-Silikon zu erreichen. Wenn ein Pferd von der Weide in
die Box kommt, ist es sicherlich
besser, den sauberen Lehm unter
den Hufen zu lassen, statt ihn auszuräumen,
da er ein natürliches
Schutzschild gegen Mist und Urin
aus der Einstreu bietet. Nach dem
Reiten dient das Auskratzen in
erster Linie der Kontrolle, ob sich
Fremdkörper eingetreten haben,
und nicht der Reinigung.
Immer wieder strittig ist die Frage,
ob kleine Steinchen, die sich
beim unbeschlagenen Huf fast
zwangsläufig in die weiße Linie
eintreten, entfernt werden sollen
oder nicht. Einerseits ist es richtig,
dass diese die Entstehung
von weiteren Zusammenhangstrennungen
bis hin zur hohlen
Wand begünstigen können,
wenn sie sich immer weiter hochdrücken.
Andererseits wird die
Situation durch allzu penibles
Entfernen häufig noch verschlimmert,
da jedes entfernte
Steinchen ein Loch zurücklässt,
in das sich in der Folge ein etwas
größeres Steinchen eintritt, welches
dann wiederum nach Entfernen
ein noch größeres Loch
zurücklässt – und so weiter.
Manchmal wird empfohlen, die
Löchlein nach Entfernen der
Steine mit Knetgummi oder Hufkitt
zu füllen, was aber in der
Praxis kaum befriedigend funktioniert.
Kleine Steinchen, die nur
wenig größer sind als ein Sandkorn,
sollten deshalb besser nicht
entfernt werden. Wenn sich beim
unbeschlagenen Huf immer wieder
nur an einer bestimmten
Stelle Steinchen eindrücken, zum
Beispiel nur an einer Seitenwand,
ist das ein Indiz dafür, dass die
Belastungssituation des Hufes
nicht ausgeglichen ist und die
Hufbalance nicht stimmt. Hier
kann nur mit einer guten und
durchdachten Hufbearbeitung
entgegengewirkt werden.
Auf dem Markt sind mehrere verschiedene
Mittel zum Auftragen
auf die weiße Linie erhältlich, die
diese härten und vor dem Eindringen
von Steinchen (oder auch
Fäulnisbakterien!) bewahren sollen.
Hufschmiede können geeignete
Produkte empfehlen oder
vertreiben diese zum Teil selbst
an ihre Kunden.
Das Wichtigste zum Schluss!
Hufwachstum ist ein wichtiger
Parameter. Hat der Körper alle
Bausteine, die zum Nachwachen
des Hufhornes notwenig sind,
im Stoffwechsel greifbar, dann
müssen sie nur in ausreichender
Menge in die Wachstjmsregionen
der Hufhorne transportiert
werden. Dies geschieht mit dem
Blut. Die Durchblutung stellt
damit ein zentrales Element der
Hufpflege dar. Das wichtigste
Element, damit eine gute Durchblutung
in den Hufen stattfinden
kann, ist die kräftige Bewegung
des Fesselbeines, so wie sie
in Schritt und Trab gezeigt wird.
Als Resultat dieser kräftigen Aufund
Abbewegung des Fesselbeines
arbeitet der Hufmechanismus
durch die Umverteilung
der Last im Huf. Bei Belastung
entblutet das venöse Kapilartsystem,
bei Belastung füllen sich die
Kapilare im Wandlederhautbereich.
Ist die Bewegung nicht ausreichend,
dann ist das Angebot
an Wachstumsstoffen an der
Lederhaut eingeschränkt, mit
daraus resultierender Minderung
des Nachwachsens. Daher
ist ein Mangel an Bewegung nicht
zu kompensieren. Ist die Bewegung
des Pferdes ausreichend
und gibt es auch bei Konstanter
Feuchte der Hufe Hornprobleme,
so ist die Möglichkeit zu prüfen,
ob Nährstolffmangel vorliegt. Ein
Blutbild gibt hier Aufschluss und
sollte die Basis für eine eventuelle
Nahrungsergänzung sein.
Wichtiger als alle Fette und Lotionen
ist eine Haltung, die dem
Pferd möglichst ideale und artgerechte
Bedingungen bietet,
nämlich: saubere Einstreu ohne
Ammoniak, möglichst konstante
Feuchtigkeitsbedingungen ohne
dauernde abrupte Schwankungen,
ideale Fütterung zur optimalen
Nährstoffversorgung, gute
Hufbearbeitung zur Erhaltung
der physiologischen Hufform
und damit der Hufbalance sowie,
last not but least, viel Bewegung!
Diese wird in ihrer Bedeutung
für die Hufgesundheit häufig
unterschätzt – dabei zeigen
Pferde, die länger fest stehen müssen
(z. B. aufgrund einer Erkrankung)
schon nach relativ kurzer
Zeit eine merkliche Verschlechterung
der Hufhornqualität!
Das liegt daran, dass eine
gesunde Hufdurchblutung nur
durch Bewegung möglich ist, und
die Durchblutung wiederum ist
unerlässlich für Wachstum und
Nährstoffversorgung des Hufhorns.
Kein Fett und kein Futter
können Mängel in der Haltung
aufwiegen!
Informationen unter
www.hufbeschlagschule.de oder
info@hufbeschlagschule.de oder
herfter@hufbeschlagschule.de |
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