Medizin & Gesundheit

Pferde-Anzeiger > Magazin > 1/2008
Deine-Tierwelt.de
Pferde
Medizin & Gesundheit  
Vollständigen Artikel mit Bildern als PDF herunterladen:
Medizin & Gesundheit
Textversion:

Mauke und Strahlfäule
Gerade im Herbst, Winter und zeitigem Frühjahr tritt oft die gefürchtete Mauke und/oder Strahlfäule auf. Lokale Ursachen liegen in matschigem, von Kot, Harn und Ammoniak getränkten Ausläufen und Ställen, mangelhafter Bewegung und/oder fehlerhafter bzw. ausbleibender Hufpflege bei der Strahlfäule. Organische Ursachen beider Erkrankungen liegen oftmals in einer fehlerhaften Fütterung mit unzureichender oder übermäßiger bzw. von Imbalancen getragenen Mineralstoff-, Spurenelement- und Vitaminversorgung. Auch ein Übermaß an Zucker und/oder Proteinen ist beteiligt an der Entstehung. Bei der Maukeerkrankung findet man häufig neben der Mauke erhöhte Leberwerte, die das Krankheitsgeschehen ebenfalls begünstigen, obwohl diese ja schon für sich eine ernstzunehmende Erkrankung darstellen. Mauke: Definition: Mauke definiert sich in einer akuten, schnell ins chronische Stadium übergehenden exzematösen Dermatitis. Meist beginnt die Mauke in der Fesselbeuge, besonders an den Hintergliedmaßen, und steigt bei Pferden mit langem Behang nicht selten bis zum Mittelfuß, also dem Tarsal- und Karpalgelenk auf. Bei länger bestehendem Krankheitsverlauf kommt es zur Sklerotisierung im Bereich der Unterhaut. Entstehung und Symptomatik: Am Anfang besteht meist nur eine leichte Rötung der Haut in der Fesselbeuge. Mauke ist mit ständigem Juckreiz verbunden. Durch die dann eintretende Irritation der Hautoberfläche, durch das ständige Reiben und Stampfen sowie auch durch Noxen wie Nässe, Harn, Ammoniak, Kot, Schmutz und bakteriendurchsetzten Matsch geht die anfangs bestehende Dermatitis erythematosa in eine Dermatitis madidans und im Endstadium in eine Dermatitis crustosa über. Das heißt, eine anfangs bestehende nur leichte Hautirritation verändert sich in relativ kurzer Zeit zu einer ernsthaften Erkrankung mit deutlichen Entzündungsanzeichen. Nicht nur das Hautbild verschlimmert sich relativ schnell, auch steigt die Mauke von der Fesselbeuge in relativ schneller Zeit bis zum Mittelfuß hinauf. Beteiligt sind immer Bakterien. Oft besteht auch eine Beteiligung bzw. Auslösung der Mauke durch Chorioptesmilben. Besonders betroffen sind Pferde mit langem Kötenbehang; was jedoch im Umkehrschluss nicht heißen darf, den Kötenbehang vorsorglich abzuschneiden, da hierdurch die Pferde im Allgemeinen empfindlicher für Mauke werden, da Wasser, Regenwasser und Schmutz nicht mehr ungehindert ablaufen können. Bei langem Kötenbehang wie auch bei Pferden ohne langen Kötenbehang sollte zur Vorbeugung der Mauke der sich sammelnde Schmutz trocken ausgebürstet werden. Unserer Erfahrung nach provoziert der Pferdehalter bei jedem Pferd früher oder später eine auftretende Mauke durch oftmaliges Abspritzen der Beine. Tägliches oder fast tägliches Abspritzen der Beine, um gerade in der Herbst- und Winterzeit sich sammelnden Schmutz zu entfernen, ist zwar oftmalige Praxis in den Pferdeställen, sollte jedoch tunlichst unterlassen werden, da die Haut ihre natürliche Schutzbarriere verliert und somit empfänglich für sämtliche Erkrankungen und Probleme wird. Bewährt hat sich: Schmutz trocknen lassen und dann vorsichtig ausbürsten. So bleibt die empfindliche Haut in den Fesselbeugen widerstandsfähig und wird nicht sensibilisiert für eine Hauterkrankung wie die Mauke. Prophylaktische Maßnahmen und Therapie: Über lokale Prophylaxe hinaus spielt auch die Fütterung eine große Rolle zur Vermeidung wie auch Regulierung der Mauke. Mauke tritt oft in Verbindung mit erhöhten Leberwerten auf, was meist anzeigt, dass die Fütterung zu proteinreich gestaltet wird bzw. nicht für eine Entgiftung der Leber durch geeignete entgiftende und Leber stärkende natürliche Ergänzungsfuttermittel gesorgt wird. Gerade bei disponierten Pferden sollte daher eine stetige Entgiftung in Form von speziellen Kräutermischungen täglich in der Fütterung eingesetzt werden. Das Naturtier Pferd ist in unserer heutigen Umwelt und bei unserer derzeitigen Pferdefütterung mehr denn je auf eine Entgiftung, Leber- und Nierenstärkung angewiesen, dies gilt für jedes Pferd, nicht nur für das Mauke disponierte bzw. an Mauke erkrankte Pferd. Einem gesunden Pferd macht auch eine tägliche Bewegung in Regenzeiten im Matsch kaum etwas aus; eine Mauke entwickeln lediglich Pferde, die durch Schwächen im Organismus, wie zum Beispiel eine zu proteinreiche Ernährung, erhöhte Leberwerte, Probleme im Hautstoffwechsel oder Stoffwechsel, Ungleichgewichte der Darmflora, die für das Immunsystem und die Abwehr eine tragende Rolle spielt, disponiert sind. Ist jedoch erst einmal eine Mauke aufgetreten, sollte eine hygienisch einwandfreie Haltung bis zur Symptomfreiheit zwingend gegeben sein. Ein an Mauke erkranktes Pferd weiterhin einem bakterienüberfluteten Matschboden bzw. Harn, Kot und Ammoniak auszusetzen, würde eine Heilung fast unmöglich machen. Bereits erkrankte Pferde sollten somit hygienisch einwandfrei und trocken gehalten werden. Die veterinärmedizinische Therapie besteht in Salben mit Zinkoxid, Salicylsäure und Prednisolon. Zusätzlich werden Waschungen mit mildem Seifenwasser und auch mit 3 %iger Wasserstoffperoxidlösung empfohlen und Jodlösungen eingesetzt. Unsere natürliche Therapie geht sanft ans Maukeproblem: Einmal mit Kernseife alle Reste ggf. vorhandener bisheriger Therapiemittel warm abwaschen und sodann einmal täglich Nehls Samoun’s Maukeweg auftragen. Nehls Samoun’s Maukeweg ist ein pflegendes u. a. aus Nachtkerzenöl kontrolliert biologischer Anbau bestehendes lokal einzusetzendes Präparat. Innerlich empfehlen wir eine Entgiftung mit unserem Nehls Leber & Nierenergänzungsfuttermittel, das dem Krippenfutter zugefügt wird, um die Entgiftungsorgane zu entlasten und zu stärken. Darüber hinaus empfehlen wir den Einsatz von kontrolliert biologischem Nehls Nachtkerzenöl in der Fütterung, um das betroffene Pferd mit essentiellen Fettsäuren zu versorgen und die Haut auch von innen zu stärken. Obwohl diese Therapie eine völlig sanfte Therapieform im Wege der Fütterung mit Ergänzungsfuttermitteln bzw. einem pflegendem lokal einzusetzendem Produkt darstellt, hat sich die Kombination bestens bewährt und selbst therapieresistente und sehr hartnäckige Maukeerkrankungen konnten reguliert werden. Strahlfäule: Definition: Strahlfäule bezeichnet die Zersetzung des Strahlhorns durch Einwirkung von Fäulniserregern und sporenlosen Anaerobiern (Baktieren). Symptomatik: Der Hornstrahl ist zerklüftet und in den Furchen sammelt sich eine übelriechende, schmierige, grauweiß bis schwarze Masse an. Meist breitet sich die Strahlfäule von der mittleren Strahlfurche auf die übrigen Teile des Hornstrahls aus. Durch eine länger bestehende Strahlfäule wird die Entstehung eines Trachtenzwanghufes begünstigt. Auf der Hornwand des betroffenen Hufes bilden sich Ringe als Folge einer produktiven und langsam fortschreitenden Saumlederhautentzündung. Bei langanhaltender Strahlfäule mit ausgeprägter Symptomatik liegen die Papillen der Strahllederhaut frei; das ist schmerzlich für die betroffenen Pferde, sodass in diesem Stadium meist eine Lahmheit auftritt. Entstehung: Das Strahlhorn ist gegenüber bestimmten Verschmutzungen sehr empfindlich, sofern es sich um Verschmutzungen mit enthaltenen Fäulnisbakterien und ammoniakhaltigem Harn handelt. Eine schlechte Hufpflege, mangelhafte Bewegung sowie ein Beschlag, der den Strahl teilweise oder ganz bedeckt, zum Beispiel in Form von Steghufeisen oder Sohlen, Ausschäumungen usw., den Zutritt von Luft ganz oder teilweise verhindert, begünstigt die Entstehung der Strahlfäule. Abgrenzung zu Hufkrebs: Dem Huf- oder Strahlkrebs liegt eine mangelhafte oder ausbleibende Verhornung der Epithelien zugrunde. Im Gegensatz dazu wird bei der Strahlfäule das produzierte Horn durch Fäulnis und Zersetzung zerstört. Die klinischen Bilder ähneln sich. Bei der Strahlfäule fehlen jedoch meist die zottigen Wucherungen der Strahllederhaut, die für Hufkrebs typisch sind. Pferde, die bereits an einem Trachtenzwanghuf leiden bzw. Pferde, bei denen die Strahlfurchen sehr eng sind, besitzen eine Disposition zur Strahlfäule, welche nur durch dauernde prophylaktische Maßnahmen nicht zum Ausbruch kommt. Prophylaxe und Therapie: Die Prophylaxe besteht in einer regelmäßigen Hufpflege, möglichst viel Bewegung zur Förderung der Durchblutung, hygienischem Stall- und Außenaufenthalt sowie einer annähernd optimalen individuellen Fütterung des Pferdes ohne nennenswerte Mangelerscheinungen und Überschüsse. Möglichst vermieden bzw. nur bei therapeutischer Indikation einzusetzen sind sämtliche Maßnahmen am Huf, welche die Luftzufuhr einschränken bzw. ausschalten. Die erste Maßnahme besteht darin, die losen Teile des Hornstrahls gründlich zu entfernen, sodass keine Taschen zurückbleiben. Die lokale Therapie besteht aus viel Bewegung im Freien auf hygienisch einwandfreiem Untergrund sowie eines trockenen und hygienischen Stallaufenthaltes. Die veterinärmedizinische Therapie empfiehlt die regelmäßige lokale Behandlung mit 10 %iger Kupfersulfatlösung bzw. mit Wasserstoffperoxid. Wir behandeln die Strahlfäule mit Nehls Strahlfäule-Weg, das eine sanft desinfizierende und pflegende und zusätzlich Keim- und bakterientötende Wirkung durch ätherische Öle aufweist. Auch empfehlen wir Naturheilkundler eine innerliche und somit ganzheitliche Therapie der Strahlfäule. Neues Horn muss ja zwingend in guter Qualität produziert werden. Unserer Meinung nach reicht es nicht aus, ausschließlich den Fäulnisprozess lokal zu bekämpfen, da nicht zuletzt die Bildung von gesundem Strahl- und Hufhorn einen wichtigen Baustein in der Behandlung darstellt. So empfehlen wir als innerliche Gabe die Fütterung der Nehls Biologischen Hufkur, die das Horn zu qualitativem und beschleunigtem Wachstum anregt. Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf unserer Internetseite. Bei Fragen können Sie uns gerne telefonisch kontaktieren, unser Team steht Ihnen mit Rat und Tat zur Verfügung. Tierheilkundezentrum Tierheilpraktikerin Claudia Nehls Am Buchholz 3 · 33014 Bad Driburg Tel.: 05648 963335 · Fax: 05648 963334 · Mobil: 0173 5157633 Internet: www.tierheilkundezentrum.de E-Mail: tierheilpraxis1@t-online.de  
Nächste Artikel dieser Ausgabe:
Ponyland, Reitsportanlagen, Rund ums Pferd, Tipps aus der Praxis – Teil 2
zurück
Memopad ansehen
Pferde-Anzeiger
Home
Anzeigen aufgeben
Anzeigen lesen
Magazin
9/2008
8/2008
7/2008
6/2008
5/2008
4/2008
3/2008
2/2008
1/2008
12/2007
11/2007
10/2007
9/2007
8/2007
7/2007
6/2007
5/2007
4/2007
3/2007
2/2007
1/2007
12/2006
11/2006
10/2006
9/2006
8/2006
7/2006
6/2006
5/2006
4/2006
3/2006
2/2006
1/2006
12/2005
11/2005
10/2005
9/2005
8/2005
7/2005
6/2005
5/2005
4/2005
3/2005
12/2004
11/2004
10/2004
8/2004
7/2004
5/2004
3/2004
2/2004
1/2004
Impressum
dhd24 Foren
Hundeforum
Katzenforum
Pferdeforum
Haustierforum
dhd24 Hilfeforum
you were served by blade121e.front.dhd.de | © Pferde Anzeiger: Medizin & Gesundheit & mehr