 |
| Ponyland
|
 |
Vollständigen Artikel mit Bildern als PDF herunterladen: Ponyland |
 |
 |
Textversion:
Shetlandpony Moritz
wird 40 Jahre! Vor nunmehr 40 Jahren wurde der Shetlandponywallach Moritz,
von seinen Freunden liebevoll " Mohrchen" genannt, in Groß
Gusborn (Lüchow/ Dannenberg) geboren. Auf dem Ferienhof
und Shagyaarabergestüt von Frau Ursula Hampicke wuchs er auf
und brachte dort Hunderten von Kindern das Reiten bei. Nach "
Feierabend"trainierte der kleine Schimmel mit Marlies Struck,
der Tochter eines ortsansässigen Hannoveranerzüchters für Turniere.
Beide waren Ende der 70iger Jahre sehr erfolgreich. Die Leistungsbereitschaft des
Shetlandwallachs war schier unendlich.
Unterstützt wurde das
sicher noch dadurch, dass er auf
Ausritten auf dem Hof Struck
immer mal wieder an der Kraftfutterkiste
vorbei schauen und
auch hinein langen durfte. Das
hat der kleine Kerl nie vergessen.
Jahre später, als er noch einmal
im Urlaub nach Gusborn
zurückkehrte, konnte man ihn
auf dem Hof freilassen und er
rannte schnurstracks zu dieser
Kiste. Deckel hoch und schnell
ein Maul voll genommen!
Ponyrennen, Hindernisfahren
oder Springen, immer war das
Paar vorne mit dabei.
Selbst nur 1,11 m groß übersprang
er Steilsprünge von 1,10
m! Besonders erfolgreich war das
Paar jedoch in Reiterwettbewerben
und in der E – Dressur, sogar
gegen Großpferde.
Moritz zeichnete immer ein sehr
elastischer , schwungvoller Trab
aus, noch dazu hat er eine gute
Ganaschenfreiheit, die es ihm erlaubt,
ansprechend durchs Genick
zu treten.
1989, nachdem der Ferienhof nur
noch als Gestüt weitergeführt
wurde, stand der damals 21 jährige
Ponywallach zum Verkauf.
Und man weiß ja, wie es vielen
Shettys geht. Kinder wachsen
sehr schnell und dann geht die
Reise wieder weiter.
Da ich in meiner Lüchow/ Dannenberger
Zeit viel auf dem Hof
half und mit Moritz viele fröhliche
Stunden verlebte, fiel die Entscheidung,
ihn zu uns nach
Winzlar zu holen, eigentlich nicht
schwer.
Toll war es immer wieder mit ihm
zu den Schwimmausritten zu fahren.
Da die Kinder alle lieber reiten
wollten, hatte man mich damals
auf den Sulky verbannt, der
das ganze Gepäck beförderte. Der
Start war immer ein wenig spektakulär.
Alle freuten sich im
heißen Sommer auf die erfrischende
Abkühlung und so konnte
auch Moritz es nicht erwarten
und stieg vor dem Sulky.
Dann ging es ab, immer tempogeladen
vorwärts , um die Kurven
manches Mal nur auf einem
Rad! Im Wasser dann ein Griff
in die Mähne und so wurde man
neben den Ponys durch den See
gezogen. Das sind so richtige Erinnerungen
a la Immenhof.
So zog das Mohrchen dann also
1989 zu uns nach Winzlar, sein
Sulky folgte kurze Zeit später.
Auch bei uns sausten wir mit
dem energischen Schimmel , der
weder Tod noch Teufel scheut,
durchs Gelände. Zahlreiche Kinder
erlebten auch hier die Freude
am Umgang mit wohlerzogenen
Ponys wie Moritz und
machten auf ihm erste Reit- und
Fahrversuche.
Übrigens hatte seine zwei Jahre
jüngere Schwester Minchen ein
ähnliches Glück. Sonja Franz,
die auf ihr reiten gelernt hatte, übernahm sie. Und so zog Minchen
nach Meetschow an die
Elbe. Mit 36 Jahren musste sie
leider eingeschläfert werden, da
ihre Beine sie plötzlich nicht
mehr trugen.
Mit 34 Jahren bekam auch Moritz
gesundheitliche Störungen.
Sein Winterfell wollte nicht
mehr abhaaren, die Hufe waren
schnell brüchig und das Futter
konnte nicht mehr richtig verwertet
werden. Dadurch kam es
zu Verstopfungskoliken. Damals
musste ich lernen, den
Darm meines Ponys auszuräumen,
denn nur mein Arm passte
hinein. Dazu muss man sagen,
dass Moritz seit seinem 17.
Lebensjahr Schimmelkrebs hat
und der After dadurch verengt
ist. Doch was tut man nicht alles,
für jemanden, den man sehr
gern hat.
Nun ja, wir lösten dieses etwas
unappetitliche Problem. Durch
Zufall lernte ich Carsten Depenau
bei einer Kaltbluteintragung,
über die ich berichtete, von der
Firma OLEWO kennen.
Wir kamen ins Gespräch, über
seine pelletierten Möhren. Es war
mir einen Versuch wert und Herr
Depenau brauchte damals " Versuchskaninchen",
um die Wirksamkeit
seines Zusatzfutters darzustellen.
Ich hätte es so nicht erwartet, aber
mit Hilfe der Olewo-Möhrenpellets
ging es Moritz sehr schnell
besser.
Sie wurden dem eingeweichten
Futter mit einem kleinen Schuss
Parafinöl ( zur besseren Darmpassage)
hinzu gegeben. Die Lebensfreude
kehrte sehr schnell
zurück. Hufe und Haarkleid waren
wieder gut in Schuss. Heute
haart Moritz selbständig ab, ist
vital und munter.
Er spielt mit seinen Freunden,
besonders liebt er unseren Beagle
Paul. Da kann es schon mal vorkommen,
dass Paul verträumt
neben Moritz sitzt, der wiederum
Pauls Ohr im Maul hält.
Ein Highlight für unseren Oldie
ist es in jedem Jahr, wenn er an
unserem Heiligabendbrauch teilnehmen
darf. Geschmückt mit
Schleifen und Glocken, Packtaschen
für kleine Geschenke auf
dem Rücken, so wandern wir mit
ihm durch die Nachbarschaft und
wünschen "Frohe Weihnachten".
Überall wird unser Mohrchen
dann schon sehnsüchtig erwartet.
Und wir hoffen natürlich, dass
es noch lange so bleiben möge.
Text/Fotos: M. Schwöbel |
 |
 |
Nächste Artikel dieser Ausgabe: Reitsportanlagen, Rund ums Pferd, Urlaub im Sattel, Veranstaltungen, Von Rechts wegen, Was-Wann-Wo |
 |
| zurück |
 |
|
|