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Was man alles beachten sollte
Pferd ist nicht gleich Pferd. Isländer wollen anders behandelt werden als verwöhnte edle Warmblüter. Die Palette ist umfangreich, die Behandlungsmöglichkeiten variieren. Wir haben darum versucht, alle denkbaren Möglichkeiten aufzuzeigen. Jeder Pferdehalter kann so herausfinden, was für seinen Vierbeiner am Besten ist. Ein Wechsel von der Stall- zur Weidehaltung kann dazu dienen, dem Pferd Koppelferien zur Erholung oder ein freieres Leben zu bieten. Manchmal ist man aber auch zu solch einem Wechsel gezwungen. So zum Beispiel, wenn man umzieht und keinen geeigneten Mietstall in der Nähe hat. Wichtig ist, dass die Umstellung behutsam erfolgt, damit sich der Organismus des Pferdes an die neuen Gegebenheiten anpassen kann. Der ideale Weg Wer die Möglichkeit hat, sollte sich für den ”Umzug” etwa drei Wochen Zeit nehmen. Am besten im späten Frühling oder zum Sommeranfang. Die meisten gesundheitlichen Probleme entstehen, weil ein Pferd, welches an die Wärme seines Stalls gewöhnt ist, plötzlich den ganzen Tag in der Kälte steht. Normalerweise lässt man die obere Boxtür immer offen stehen. Wer das nicht getan hat, sollte umgehend damit beginnen, sobald er weiß, dass er umziehen muss. In diesem Fall sollte man das Pferd auch nicht mehr mit der Kardätsche putzen, sondern nur noch mit einer einfachen Bürste, damit sich im Fell eine schützende Fettschicht aufbauen kann. Langsame Gewöhnung Hat das Pferd bisher nur Kraftfutter und Heu, aber kein Gras bekommen, muss man es langsam daran gewöhnen, indem man mit ihm am Führstrick Grasen geht. Anfangs genügen zehn Minuten am Tag, die man innerhalb einer Woche auf eine halbe Stunde steigert. Im selben Zeitraum sollte dann die Kraftfutterration bis auf etwa dreiviertel der vorherigen Menge verringert werden. Heu und Wasser gibt es natürlich weiterhin reichlich. Die zweite Woche In der zweiten Woche kürzt man das Kraftfutter wiederum auf die halbe Ration. Je nach Wetter immer öfter die Decke abnehmen. Trug das Pferd bisher eine Stalldecke mit zwei Wolldecken darunter, nimmt man (zumindest tagsüber) eine Wolldecke weg. Gegen Ende der zweiten Woche sollte es mit einer Stall- und einer Wolldecke auskommen, selbst wenn es geschoren ist. Koppelgang In dieser zweiten Woche beginnt man mit dem Koppelgang. Das Pferd sollte morgens ein Frühstück erhalten, damit es satt aus dem Stall kommt und das Gras nicht gierig herunter schlingt. Hilfreich ist die Gesellschaft eines anderen, ruhigen Pferdes. Zumindest aber sollte Blickkontakt zu anderen Pferden möglich sein, damit es nicht auf der Suche nach ihnen über den Zaun springt und sich verletzt. Am ersten Tag lässt man das Pferd etwa eine Stunde lang auf der Koppel und steigert die Zeit dann bis zum Ende der zweiten Woche auf zwei Stunden. Wenn Pferd frieren ... Bei mildem Wetter sollte dann im Stall die leichte Stalldecke genügen. Die Kraftfutterration kann auf ein Viertel reduziert werden. Selbst wenn das Wetter kühler wird, muss man das Pferd weiterhin auf die Koppel stellen. Am besten hüllt man es in eine Neuseelanddecke und erhöht ein wenig die Kraftfutterration, damit es den Wärmeverlust ausgleichen kann. Man sieht es dem Pferd an, wenn es friert: Es steht dann am Koppelausgang und wartet, dass man es holt, was allerdings ein einsames Pferd auch macht. Das Fell ist dazu aufgeplustert, um eine isolierende Wärmeschicht an der Haut zu schaffen und Lenden, Ohren sowie Flanken fühlen sich kalt an. Friert das Pferd stark, zittert es am ganzen Körper. Dies sollte aber im Sommer aber nicht der Fall sein. Dritte und vierte Woche Wenn alles nach Plan verläuft, deckt man das Pferd in der dritten Woche nur noch nachts ein. Die Koppelzeit beträgt nun schon jeweils einen halben Tag. Ist dem Pferd noch kalt, behält man die Koppeldecke bei und füttert weiterhin etwas mehr Kraftfutter. Gegen Ende der dritten Woche sollte das Pferd dann bereits den ganzen Tag auf der Koppel verbringen, keine Decke mehr benötigen und nur noch wenig Kraftfutter erhalten. Es wird jedoch weiterhin geputzt und erhält im Stall soviel Heu und Wasser, wie es will. Wichtig ist, dass man genau beobachtet, wie das Pferd auf das Wetter reagiert. Von der vierten Woche an kann man das Pferd auch über Nacht auf der Koppel lassen. An kühleren Tagen verwendet man die Koppeldecke und füttert Kraftfutter zu; anderenfalls die Decke ganz weglassen und nur nach dem Reiten Kraftfutter anbieten. Plötzlicher Wechsel Manchmal muss man kurzfristig den Stall räumen und die Umstellung vielleicht innerhalb einer Woche vollziehen. Man beginnt, indem man die obere Boxtür offen lässt, eine Decke entfernt, die Kraftfuttermenge leicht reduziert und das Pferd pro Tag eine halbe Stunde an der Hand grasen lässt. Am besten Grascobs und aufgeweichte Zuckerrübenschnitzel zufüttern, damit sich das Verdauungssystem anpassen kann. Nicht mehr mit der Kardätsche putzen. Finale Gegen Ende der Woche bleibt das Pferd bereits den ganzen Tag über auf der Koppel und erhält noch etwa die halbe Ration Kraftfutter. Langsam dann die Grascobs und aufgeweichten Zuckerrübenschnitzel hinzufügen, um die Gesamtmenge zu erhalten. Dazu wird die Stallfuttermenge reduziert. Heu und Wasser sollte aber ausreichend vorhanden sein. Text/Fotos: Mediendienst Wienkamp  
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