| Problempferd ? Westernreiten ? Beritt ? Trainer C Warum aufgeben wenn es eine Lösung gibt !!! Zuerst einmal möchte ich mich vorstellen. Mein Name ist Anja Hildebrand, ich bin 39 Jahre jung und Mutter zweier Kinder. Meine Passon sind schon immer das Reiten und die Pferde gewesen, Stand heute verfüge über 30 Jahre Erfahrung was den Umgang mit diesen edlen Tieren angeht und immer noch freue ich mich jeden Tag aufs Neue mit ihnen arbeiten zu können. Meine Wurzeln habe ich hier im Harz in einem kleinen Reitverein in dem ich den richtigen Umgang mit den Pferden, großen und kleinen Interessenten vermittele. Der Weg ist das Ziel: Ich möchte Euch hier ein paar kleine Erfahrungen aus meinem ?Pferdeleben? schildern, die mir gezeigt haben das es eigentlich keine ?Problempferde? (ich verabscheue diesen Begriff) gibt. Die Probleme beruhen meist auf schlechten Erfahrungen von Pferd und/oder Reiter, falschen Erwartungshaltungen und Vorraussetzungen die nicht gegeben sind. Stellt Euch das mal so vor; Ihr macht Monate lang nichts anderes als Essen, Trinken, Faulenzen und nun wird von Euch ein Marathonlauf abverlangt. Die Folge sind Muskelkater, Schmerzen Rückenprobleme. Eben Vorraussetzungen und Erwartungshaltungen, die nicht erfüllt sind, anders geht es unseren vierbeinigen Freunden auch nicht. Zu erkennen wo die individuellen Leistungsgrenzen sind, ist der Kern um den es geht. Ein Pferd das dreimal im Jahr geritten wird, ansonsten nur auf der Wiese steht, kann und wird nicht leistungsfähig sein, im Gegenteil es weiß überhaupt nicht worum es geht und schon entstehen Probleme. Die Folge, der Reiter ist unzufrieden und das Pferd überfordert, es macht einfach keinen Spaß, Pferd bleibt stehen, Schwierigkeiten wachsen. Ein anderes Beispiel; Vertrauen ist das A & O unseres Alltags, Vertrauen zum Partner ob Geschäftlich oder Privat. Vertrauen auf das Handel Anderer, dem Arzt (er wird schon wissen was zu tun ist), Vertrauen am Zebrastreifen (der Autofahrer wird schon halten) oder deutlicher gesagt, der Reiter vertraut dem Pferd und das Pferd vertraut dem Reiter; Ohne dieses Vertrauen, können wir unseren Alltag nicht durchleben; Ein Pferd mit stark eingeschränkter Sehfähigkeit, dadurch auf den Schutz der Herde angewiesen, wird sehr schlecht behandelt. Will es nicht weichen wird es geschlagen oder mit der Mistgabel gestochen, will es nicht so funktionieren wie der Besitzer es erwatet hagelt es wieder Schläge und Stiche. Machen wir das mit Sehbehinderten unserer Art auch??? Sie sind auf unsere Hilfe angewiesen und schenken uns ihr Vertrauen; Bei diesem Tier ist das Gehör noch empfindlicher geworden, jedes Geräusch könnte ein Bedrohung darstellen, könnte der böse Wolf sein. Ständig angespannt und auf der Hut .Jeder Sattel und Reiter könnte der Tiger sein der es anfällt und reißt. Vertrauen zu einer Herde / Bezugsperson aufzubauen war unmöglich da das arme Ding von Besitzer zu Besitzer weitergereicht wurde. Es ging soweit dass das Tier vor Angst selbst in der Box die Wände hoch gegangen ist. Nur unter Zwang konnte man dem Pferd einen Reiter aufsetzen. Viel Vertrauensarbeit waren notwendig um diesem Pferd das Leben wieder erträglich zu machen. Angefangen mit Bodenarbeit und unter ständigem Lesen der Körpersprache dieses Pferdes konnte ich sein Vertrauen gewinnen und es so seiner eigentlichen Bestimmung wieder zuführen. Es langsam wieder an den Sattel und später auch an den Reiter gewöhnen. Heute wird dieser traurige Held von einem 10 Jährigen Jungen geritten, ich habe hier die Verbindung zwischen Mensch und Tier, eben das immer und überall erforderliche Vertrauen zueinander wieder hergestellt. Die Beiden unternehmen heute Ausritte und Arbeiten regelmäßig mit mir um das Verhältnis weiter zu stärken. Vermeintlich kranke, ?nicht reitfähige Pferde? müssen nicht immer gleich ausgemustert oder dem Schlachter zugeführt werden....... In meinen Jahren der Arbeit mit den edlen Rössern habe ich immer wieder feststellen dürfen das ein Großteil der Missstände aus dem Wirken zwischen Pferd und Reiter resultiert; Ein Tier, sehr hippelig am Anbinder, sehr Dominant in seiner Herde, eben ein Führungscharakter, lässt nur so lange mit sich arbeiten wie es eben Lust hat, dann fängt es an seinen Reiter, Entschuldigung zu ?Verarschen?!!! Dieser kleine Wildfang war einfach unterfordert, der Besitzer dagegen überfordert. Die Folge; das Tier zu Händeln wird immer schwieriger. Beide, Reiter und Pferd sind unausgeglichen, der eine weiß nicht was der andere eigentlich will. Hilfen sind missverständlich, Reaktionen sind unerwartet. Hier galt es eben diese Paarung in Einklang zu bringen, das Pferd in seiner Leistungsfähigkeit und Intelligenz zu fordern, ihm neue Aufgaben zu geben, den Ausgleich zwischen Arbeit und Entspannung herzustellen. Ebenso galt es den Reiter zu fordern mit seinem Pferd zu arbeiten, Missverständnisse auszuräumen, klare unmissverständliche Kommandos zu geben, Lust auf neues und altbekanntes zu wecken. Heute befinden sich die Beiden in der Vorbereitung auf ihr erstes Westernturnier!!! Von Erlebtem dieser Art kann ich Euch noch viel Berichten, doch will ich mit diesem Artikel hier keine Selbstbeweihräucherung betreiben. Mein Ziel ist es dem geneigten Leser zu vermitteln das, ?Aufgabe nicht nötig ist, es gibt immer eine Lösung?!!! In diesem Sinn Kopf hoch und immer im Sattel bleiben....... Eure Anja Hildebrand. mailto:info@power-of-the-horses.de |