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| OB: "Ausstellungen
machen einen großen
Braunschweiger lebendig"
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machen einen großen
Braunschweiger lebendig"
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Textversion:
Braunschweig. Drei Ausstellungen über das Leben
des Braunschweiger Schriftstellers Wilhelm
Raabe hat Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann
am Vorabend von Raabes 175. Geburtstags im
Städtischen Museum eröffnet. Hoffmann würdigte
Raabe als einen der wichtigsten Vertreter des
literarischen Realismus. Zugleich habe er das kulturelle
Leben Braunschweigs entscheidend geprägt
– bis heute.
Die drei Ausstellungen, die bis zum 30. Dezember
im Städtischen Museum, Stadtarchiv und Stadtbibliothek
zu sehen sind, geben einen Einblick in
Leben und Alltag Raabes in Braunschweig. Sie zeigen
mehr als 200 Exponate, die zum Teil erstmalig
zu sehen sind. Die Ausstellungen sind Teil des
Programms "Mensch Raabe!" anlässlich des 175.
Geburtstags, das von der Stiftung Braunschweigischer
Kulturbesitz und der Stiftung Nord/LBÖffentliche
unterstützt wird.
Raabe hat 40 Jahre, von 1870 bis zu seinem Tod
1910, in Braunschweig gelebt. Als Mitglied der
Kleiderseller, die sich der Förderung der Kultur in
Braunschweig und insbesondere dem Städtischen
Museum verschrieben hatten,und im Künstlerclub
"Feuchter Pinsel" prägte Raabe während dieser
Zeit das künstlerische Leben in Braunschweig.
Gleichzeitig, so führte Dr. Hoffmann aus, machten
seine Werke die Stadt überregional zu einem Begriff.
Er habe aus Braunschweig eine literarische
Landschaft gemacht.
"Daher ist es richtig, dass sich die Stadt dem Andenken
und der Erforschung von Leben und Werk
dieses großen Braunschweigers intensiv widmet",
so der OB. Er nannte die Raabe-Forschungsstelle,
die Veranstaltungen im Raabe-Haus: Literaturzentrum,
dem letzten Braunschweiger Wohnhaus
des Schriftstellers in der Leonhardstraße, heute
gleichzeitig ein Museum, sowie den renommierten
Raabe-Literaturpreis, den die Stadt alle zwei
Jahre gemeinsam mit dem DeutschlandRadio vergibt.
Der mit 25.000 Euro dotierte Preis wurde in
diesem Jahr am 15. November verliehen.
Hoffmann dankte auch der Raabe-Gesellschaft und
ihrem Präsidenten Dr. Gerd Biegel für ihr Engagement.
Sie sorge dafür, dass Leben und Werk in der
Öffentlichkeit präsent blieben, und halte Kontakt
mit der Forschung und den vielen Raabe-Freunden
in aller Welt.
"Auch mit den drei Ausstellungen wollen wir Raabe
und seine Zeit lebendig machen",sagte der OB.
So im Städtischen Museum. Dort wird eine "Imaginäre
Festtafel" zu Ehren des Geburtstagskindes
aufgebaut, um die Büsten Raabes und von Freunden
und Weggefährten herum gruppiert sind –
auch wenn die historischen Personen zumindest
in dieser Konstellation wohl nie an einer Tafel zusammengekommen
sind. Neben dem Jubilar sind
der Gelehrte und Gründer des Städtischen Museums
Carl Schiller, der Klavierbaufabrikant Theodor
Steinweg, Raabes langjährige Brieffreundin
Marie Jensen sowie Mitglieder der "Kleiderseller"
und des Künstlerclubs "Feuchter Pinsel" Teil der
Tafelrunde.Anhand von Fotos,Zeichnungen,Skulpturen
und anderen Objekten werden die Beziehungen
Wilhelm Raabes zu diesen Freunden und
Zeitgenossen vorgestellt.Dazu gibt es regelmäßig
Vorträge und Lesungen
Das Stadtarchiv widmet sich unter dem Titel "Hänselmutter
und Raabenvater" der Freundschaft des
Schriftstellers zum ersten hauptamtlichen Stadtarchivar
Braunschweigs,Ludwig Hänselmann (1834
– 1904). Dieser zeichnete sich neben seinen Verdiensten
um die Stadtgeschichte auch als Verfasser
historischer Erzählungen und Gedichte aus.
Nach dem Umzug Raabes nach Braunschweig
1870 entwickelte sich zwischen beiden ein freundschaftliches
Verhältnis. Sie besuchten einander
und standen in regelmäßigem Briefkontakt. Raabe
und Hänselmann verband der gemeinsame
Wohnort im "Krähenfeld" und die Mitgliedschaft
in Vereinen und literarischen Stammtischrunden.
Bei den Kleidersellern bildeten sie als "Hänselmutter"
und "Raabenvater" den Mittelpunkt.
"Entdeckungen im Raabe-Nachlass. Kurioses aus
der Alltagswelt des Schriftstellers" präsentiert die
Stadtbibliothek. Das Projekt der Wilhelm-Raabe-
Forschungsstelle, die Bearbeitung des Briefnachlasses
von Wilhelm Raabe, hat zahlreiche, kaum
bekannte und unbekannte (Lebens-)Zeugnisse des
Schriftstellers zutage gefördert. Raabe hat sich im
Laufe seines Lebens mit mehr als 2.500 Briefpartnern
aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten,
Berufsgruppen und Altersklassen
ausgetauscht. Die Stadtbibliothek zeigt eine
Auswahl bemerkenswerter Schreiben aus dem Inund
Ausland sowie kuriose Briefbeigaben, z. B. in
Form von Handzeichnungen, Fotos oder Ansichtskarten.
Darüber hinaus machen Raabes Zeichnungen
in seinen Notizbüchern Facetten des Familienlebens
deutlich, Zeichnungen seiner Freunde,
z. B. des Braunschweiger Architekten Gustav
Bohnsack oder der Künstlerin Marie Jensen, zeigen
ihn als amüsanten und witzig-geistreichen
Menschen.
Pressemitteilung der Stadt Braunschweig |
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