Völkerkundliche Schätze eines Braunschweiger Weltreisenden

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Völkerkundliche Schätze eines Braunschweiger Weltreisenden  
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Völkerkundliche Schätze eines Braunschweiger Weltreisenden
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Braunschweig. Eine Auswahl von etwa 250 ethnographischen Objekten aus der Sammlung von Carlos Götting zeigt jetzt das Städtische Museum.Götting, als Carl Götting 1828 in Braunschweig geboren, wanderte nach Übersee aus und erwarb auf seinen vielen Reisen rund um die Welt über 1.500 völkerkundliche Gegenstände. Im Alter kehrte er nach Europa zurück und vermachte kurz vor seinem Tod seiner Heimatstadt die Sammlung. Diese befindet sich im Besitz des Städtischen Museums, das dank eines größeren Geldbetrags aus Göttings Vermächtnis gebaut und vor 100 Jahren eröffnet werden konnte. Das Jubiläum ist Anlass, Teile der Sammlung in einer Ausstellung mit dem Titel "In 64 Tagen um die Welt – Die ethnographische Sammlung von Carlos Götting" zu präsentieren. Bis zum 14. Januar 2007 ist sie noch zu sehen. Dass die Frage, ob die Erde in 80 Tagen umrundet werden kann, um 1870 nicht nur ein Thema für fantastische Romane war, zeigt ein Zeitungsausschnitt, den Carlos Götting in seiner Brieftasche trug. Darin wird von einer kanadischen Eisenbahngesellschaft berichtet,die gemeinsam mit einer englischen Dampferlinie eine Reise um die Welt in 64 Tagen anbietet. Götting scheint von diesem Angebot sehr angetan gewesen zu sein, hat sich für seine eigenen Reisen jedoch mehr Zeit gelassen. Seine Reise um die Welt dauerte ein ganzes Jahr, vom 14. Juni 1876 bis zum 4. Juni 1877. Carl Julius Berthold Götting wurde 1828 in Braunschweig geboren.Mit 22 Jahren wanderte der Sattler- und Tapeziergeselle nach Amerika aus. Er ließ sich 1856 in Santiago de Chile nieder und übernahm ein Möbel- und Einrichtungsgeschäft, durch das er zu Wohlstand kam. In Südamerika änderte Götting seinen Vornamen in Carlos und behielt diesen bis zu seinem Lebensende. Schon während seiner Übersiedlung von Argentinien nach Chile hatte Götting einige völkerkundlich interessante Gegenstände erworben.Ab 1870 begann er in größerem Stil zu reisen, sowohl innerhalb Chiles und in südamerikanische Nachbarländer als auch nach Europa, in den Orient und schließlich einmal um den ganzen Globus. Diese Weltreise führte ihn von Europa durch die USA,von dort nach Japan, China, Indien und über Ägypten zurück nach Europa. Auf seinen Reisen sammelte Götting alles, was ihn interessierte, vor allem Gegenstände der von ihm besuchten Völker, aber auch Fotografien und Naturalien. Auch Dinge, die mit bekannten oder berüchtigten Personen verbunden waren, weckten sein Interesse. Die ethnographische Sammlung von Carlos Götting ist sehr vielseitig. Sie enthält neben archäologischen Grabbeigaben aus Peru und Mexiko wie Keramiken, Textilien oder Metallgerät auch Gegenstände der Mapuche, Guarani, Shipibo und anderer Indianervölker Südamerikas, Kunstgewerbliches aus Japan, China, Indien und dem Orient sowie Musikinstrumente aus Nubien, Elchhaarstickereien der kanadischen Indianer und eine Vogelmannfigur von der Osterinsel. Götting ließ sich 1883 in Hamburg nieder.Von hier aus beantragte er die Wiederaufnahme in den Braunschweigischen Staatsverband,die ihm 1892 erteilt wurde. Darauf schenkte er kurz vor seinem Tod 1899 seiner Heimatstadt Braunschweig die ethnographische Sammlung, zu der auch 2.530 Reisefotografien gehören. Die Ausstellung will die völkerkundliche Sammlung von Carlos Götting in Zusammenhang mit seiner Person und seinen Interessen zeigen. Im Vordergrund steht ihre Vielseitigkeit, von den großen Kostbarkeiten über die Funde "im Schutte" der mexikanischen Tempelanlagen bis zu persönlichen Erinnerungsstücken, dem Trinkhorn für die Reise und den oft für einen hohen Geldbetrag erworbenen "Souvenirs" von damaligen Berühmtheiten. Zu letzteren gehört zum Beispiel der Schal, aus aufwendiger Nadelspitze von Guarani-Indianern gefertigt, aus dem Besitz der Elisa Lynch, einer irischen Kurtisane aus Paris, die zur Geliebten und Lebensgefährtin des paraguayischen Diktators Francisco Solano López und zur reichsten Frau Paraguays wurde. Der Traum des Paares von Macht und Herrschaft führte zum Krieg gegen mehrere Nachbarstaaten und zur Verwüstung Paraguays. Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Bestandskatalog "Die ethnographische Sammlung von Carlos Götting", in dem alle Gegenstände der Sammlung aufgeführt werden. Städtisches Museum am Löwenwall E-Mail: staedtisches.museum@braunschweig.de www.braunschweig.de Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr Eintritt frei Pressemitteilung der Stadt Braunschweig  
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