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| Zum ersten Mal: Städtisches
Museum zeigt Querschnitt seiner
Graphischen Sammlung
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Museum zeigt Querschnitt seiner
Graphischen Sammlung
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Ausstellung mit aufregenden Entdeckungen
Braunschweig. Zum 100-jährigen Bestehen seines
Neubaus zeigt das Städtische Museum unter
dem Titel "Die Striche sind Wesen und haben eigene
Schicksale" erstmals einen repräsentativen
Querschnitt seiner umfangreichen Graphischen
Sammlung,die selbst in Fachkreisen bislang kaum
bekannt ist. Die Spannbreite der knapp 80 Werke
umfassenden Ausstellung reicht von AltmeisterAltmeisterzeichnungen
bis zur Moderne. Dabei förderte die
Vorbereitung ungeahnte,teils sensationelle Schätze
zutage.
So fand sich ein der Forschung bislang unbekanntes
Pastell von Edgar Degas, das 1982 als Vermächtnis
von Marianne Kanter in die Sammlung gelangte.
Neben anerkannten Meistern wie Degas,
Otto Dix, Willi Baumeister und Wassily Kandinsky
präsentiert die Ausstellung auch weniger bekannte
Künstler, die den besonderen Reiz der Sammlung
ausmachen. Einen Schwerpunkt bilden selbstverständlich
auch Braunschweiger Künstler, die die
Bedeutung der Zeichenkunst in Braunschweig bestätigen:
angefangen bei den Stadtansichten von
Anton August Beck und Porträts von Philipp Wilhelm
Oeding bis zu Vorzeichnungen aus der Manufaktur
Stobwasser und Architekturzeichnungen
von Peter Joseph Krahe, dessen umfangreicher
zeichnerischer Nachlass im Städtischen Museum
verwahrt wird.
Bereits in der Gründungsphase des Museums in
den 60er Jahren des 19.Jahrhunderts kamen zahlreiche
Graphiken in die Sammlung. Neben Ansichten
der Stadt Braunschweig und des Umlandes
sowie Arbeiten von gebürtigen Braunschweiger
Künstlern oder solchen,die zeitweise hier tätig
waren, sammelte man allgemein Werke der neueren
Zeit in Ergänzung zu der im Aufbau befindlichen "Galerie von Kunstwerken der Neuzeit" (Carl
Schiller).
Zum überwiegenden Teil handelte es sich um Stiftungen
und Schenkungen. So schenkte Carl Schiller
dem Museum 1869 ein Album mit Handzeichnungen
verschiedener Meister,woraus in der Ausstellung
ein Blatt von Johann Heinrich Wilhelm
Tischbein gezeigt wird. Ein weiterer Schatz ist das
Album des Kunstclubs, das 1862 in die Sammlung
gelangte (hieraus das große Aquarell von Adolf
Teichs). Es wurden aber auch Werke angekauft,
zum Beispiel auf den Ausstellungen des Braunschweiger
Kunstvereins. Um 1900 umfasste die
als Ausdruck des bürgerschaftlichen Engagements
entstandene Sammlung von "Kupferstichen, Holzschnitten,
Lithographien, Photographien, Zeichnungen
usw." bereits über 20.000 Blatt.
Im 1906 bezogenen Neubau am Löwenwall wurden
graphische Arbeiten in zwei Räumen im zweiten
Obergeschoss gezeigt. Nachdem die Realisierung
einer "Galerie der modernen Meister" ins
Stocken geraten war,konzentrierte sich die Sammlungspolitik
zunehmend auf den regionalen Schwerpunkt.
Dennoch kamen immer wieder in Konvoluten
auch Graphiken anderer Künstler in die Sammlung
(zum Beispiel 1913 die Stiftung Tepelmann-
Vieweg, 1919 die Sammlung Lucas).
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Graphische
Sammlung umstrukturiert.1960 richtete man
einen Raum her, der sowohl zur wissenschaftlichen
Arbeit als auch zur Vorlage für das interessierte
Publikum gedacht war. 1962 wurde eine
kleine Auswahlausstellung veranstaltet.Meist blieben
die graphischen Arbeiten jedoch verborgen.
Zwar können Zeichnungen als das unmittelbarste
Zeugnis künstlerischer Gestaltung angesehen werden.
Dennoch gehören sie in der Regel zu den weniger
beachteten Kunstwerken. Meist im Dunkel
der Archivschränke aufbewahrt, um sie vor dem
schädlichen Licht zu schützen, werden sie nur selten
und für kurze Zeiträume ausgestellt.
Manchmal wurden die im Stadtmuseum aufbewahrten
Dokumente in übergeordnete Ausstellungskonzepte
integriert. Auch hier überwog
zunächst der regionale Bezug.Als jedoch die Stimmen
immer lauter wurden, in Braunschweig (wieder)
dauerhaft einen Ort der Moderne zu schaffen,
verstärkte sich die Sammeltätigkeit auf diesem
Gebiet. Aus den Galerien Ralfs, Schmücking und
Querschnitt wurden qualitätsvolle Blätter angekauft.
Ein besonderer Glücksfall ist der Ankauf des
Gästebuchs Otto Ralfs 1972 mit Blättern unter anderem
von Klee, Kandinsky und Feininger – das
wichtigste Dokument der Bemühungen, moderne
Kunst nach Braunschweig zu bringen.
Hieraus stammt auch das Zitat von Kandinsky im
Ausstellungstitel,das die gewandelte Rolle der freien
Zeichnung in der modernen Kunst veranschaulicht.
Weitere Stiftungen aus Privatbesitz ergänzten
die Sammlung. So gelangten 1989 mit
dem Nachlass von Inka Gerdes aus Wolfsburg über
120 graphische Arbeiten moderner und zeitgenössischer
Künstler in den Museumsbesitz.Heute
umfasst die Graphische Sammlung etwa 50.000
Blatt, darunter rund 10.000 Handzeichnungen.
Die verschiedenen Sektionen geben einerseits Einblick
in die Sammlungsgeschichte, die durch verschiedene
Ankäufe, aber vor allem durch Schenkungen
und Nachlässe gekennzeichnet ist. Andererseits
werden auch exemplarisch die unterschiedlichen
Funktionen von Zeichnungen von der
Entwurfsskizze über das Vorlageblatt bis hin zum
autonomen Kunstwerk erfahrbar gemacht.
Die Ausstellung im Städtischen Museum am Löwenwall
(Telefonnummer 0531 4704505, E-Mail:
staedtisches.museum@braunschweig.de) ist bis
einschließlich Sonntag, 28. Januar 2007, täglich
außer montags zwischen 10 und 17 Uhr zu sehen.
Der Eintritt ist frei.
Pressemitteilung der Stadt Braunschweig |
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