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Schießsport und
Waffengeschichte
auf der IWB Die IWB, die vom 23. bis 25. März
auf dem Stuttgarter Messegelände
am Killesberg stattfindet, ist
eine typische "Männermesse".
Damit ist sie ein getreues Abbild
des Schießsports, bei dem nach
wie vor die Männer dominieren,
obwohl die Frauen in dieser Disziplin
ebenfalls hervorragende Leistungen
bringen. Unlängst hat jedoch
eine besondere Form des
Schießsports aus den USA in
Deutschland Einzug gehalten, für
die sich die ganze Familie begeistern
kann. Die Rede ist vom Cowboy
Action Shooting, auch Western
Action Shooting oder Single
Action Shooting genannt. Dabei
steht weniger die Leistung beim
Schießen im Mittelpunkt als vielmehr
der Spaß am Rollenspiel mit
Verkleidung. Für zahlreiche Schützen
und ihre Familien ist Western
Action Shooting die Gelegenheit,
die Pionierzeit der USA für einige
Tage wieder aufleben zu lassen.
Mit allem, was dazu gehört – vom
stilechten Camp über die traditionelle
Westernkleidung bis hin zur
nachgebauten Westernwaffe.
Beim eigentlichen Schießen geht
es beispielsweise darum, aus unterschiedlichen
Entfernungen
und in einer festgelegten Zeit verschiedene
Tiersilhouetten zu treffen.
Der VdW wird unter Regie
von Reiner Herrmann im Rahmen
seiner IWB-Sonderschau versuchen,
den Besuchern etwas vom
Spaß dieser relativ neuen Schießsport-
Disziplin zu vermitteln – mit
echten und nachgebauten historischen
Exponaten und natürlich
mit zünftiger Westernkleidung.
Garantiert echt und nicht nachgebaut
sind die Exponate in der
Sonderschau des Kuratoriums zur
Förderung historischer Waffensammlungen.
Vierhundert Jahre
Waffengeschichte, von der Handwerkskunst
der alten Büchsenmacher
bis zur Serienfertigung in Manufakturen
und frühen industriellen
Betrieben, werden dank zahlreicher
Sammlerstücke aus dem
Mitgliederkreis des Kuratoriums
anschaulich präsentiert. Der
Streifzug beginnt im 16. Jahrhundert
mit dem Radschloss, dessen
komplizierte Mechanik höchste
Büchsenmacherkunst erforderte.
Entsprechend teuer waren deshalb
die damit ausgestatteten Pistolen
und Gewehre. Da sie darüber
hinaus mit feinen Beineinlagen,
Gravuren und plastischen
Darstellungen reich verziert waren,
konnten sich nur sehr Begüterte
solche Waffen leisten.
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts
entstand das Steinschloss, eine
weniger aufwändige Zündungsart,
die nun 200 Jahre lang vorherrschte.
Auch hier ließen Gravuren,
Eisenschnitt und Vergoldungen
verbunden mit Schaftschnitzereien
die Waffen zu
Kunstwerken werden. Technisch
waren die Steinschlosswaffen jedoch
nicht immer einwandfrei –zum einen reagierten sie empfindlich
auf Feuchtigkeit, zum anderen
gab es beim Schuss eine
Verzögerung, weil nach der Zündung
des Pfannenpulvers der
Funke erst durch eine Laufbohrung
zur Pulverladung gelangen
musste. Dem half der schottische
Pastor Forsyth Ende des 18. Jahrhunderts
mit seiner Erfindung der
Perkussionszündung ab, bei der
die Zündmasse durch den Hahnschlag
explodiert. Das hierbei verwendete
Zündhütchen ergibt eine
rasche Zündung und ist feuchtigkeitsunempfindlich.
In der Perkussionszeit
bevorzugte man eher
zurückhaltende, aber doch meisterliche
Formen und Verzierungen,
doch gab es auch hier – besonders
für Geschenke an gekrönte
Häupter – prunkvoll gestaltete
Exemplare.
Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts
führte die Gründung von Manufakturen
und Fabrikbetrieben zu
einem industriellen Aufschwung,
der auch die Waffenherstellung
berührte. So hatte zum Beispiel
der Amerikaner Samuel Colt einen
Revolver entwickelt, dessen
Teile er so maßgenau herstellen
ließ, dass sie ausgetauscht werden
konnten. Durch die rationelle
Fertigung in großen Stückzahlen
wurden Waffen nun auch für breitere
Bevölkerungsschichten erschwinglich.
Vom Zündhütchen war es nur
noch ein kleiner, aber doch höchst
bedeutender Schritt zur Herstellung
von Patronen, die den Ladevorgang
erheblich vereinfachten.
Mussten bisher Pulver und Geschoss
umständlich von vorne in
den Lauf eingebracht werden,
waren Patronen Zündmittel,
Treibladung und Geschoss in einem
und konnten, wie noch heute
üblich, von hinten geladen werden.
Das machte es möglich, Waffen
vielseitiger als zuvor zu gestalten.
Taschenpistolen und Revolver
für diese Schwarzpulverpatronen
beschließen den interessanten
Gang durch vierhundert
Jahre Waffengeschichte. Dazu
kommt eine Sammlung exquisiter
Miniaturen von Waffen der angeführten
Epochen.
Die Sonderschau des Kuratoriums
für historische Waffensammlungen
soll nicht nur die Entwicklung
von Feuerwaffen zeigen, sondern
auch Schätze aus Privatsammlungen
der Öffentlichkeit zugänglich
machen. Denn Sammler empfinden
in der Regel nicht nur persönliche
Freude über ihren Besitz,
sondern sehen darin auch eine
Verpflichtung, die damit verbundenen
geschichtlichen Ereignisse
sowie die künstlerischen und
technischen Entwicklungen aufzuarbeiten,
zu dokumentieren
und – wenn möglich – zu veröffentlichen.
Öffentlichkeitsarbeit steht auch
bei den anderen Verbänden im
Mittelpunkt, die traditionell auf
der IWB vertreten sind. Der Bund
der Militär- und Polizeischützen
(BDMP) informiert ebenso wie der
Bund deutscher Sportschützen
1975 und die Schützenkameradschaft
Fellbach-Schmiden an
ihrem Schießstand in Halle 4.A
über Schießsport und Disziplinen,
die Schwarzpulver-Initiative über
sportliches Schwarzpulverschießen,
und der Bund Deutscher
Ordenssammler zeigt, worauf
man achten muss, um Original
und Fälschung auseinanderzuhalten.
Auch das Landeskriminalamt
Baden-Württemberg ist
wieder vertreten, um die Besucher
über die Bestimmungen des Waffenrechts
zu informieren, und der
Zinnfigurenverein KLIO hat in
liebevoller Kleinarbeit erneut
zahlreiche historische Dioramen
gebaut.
Die IWB findet gemeinsam mit
der Anglermesse & Fly Fishing
Show, der ISA, der WELT ANTIK
und der Internationalen Mineralien-
und Fossilienbörse vom 23.
bis 25. März 2007 auf dem
Stuttgarter Messegelände am
Killesberg statt; einen Tag später
als die genannten Messen, am
24. März, öffnet zusätzlich die
Internationale Münzenmesse &
Briefmarken ihre Tore. Alle Veranstaltungen
sind mit einer Eintrittskarte
zum Preis von zehn
Euro zugänglich.
Text und Foto: Stuttgarter Messeund
Kongressgesellschaft mbH |
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