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Passion für Passionierte 300 Jahre Dorotheum
Manche suchen das besondere Sammlerstück mit Seltenheitswert. Manche wollen ihr modernes Interieur mit einem historischen Objekt veredleln. Manche brauchen einfach Neues für ihre Tafel und kaufen lieber antiquarische als zeitgenössische Massenware, die oft sogar teurer ist. Sie alle werden fündig bei der Silberauktion am 31. Mai 2007 im Wiener Dorotheum. Diesmal, im Rahmen der Jubiläumsauktionen, können Liebhaber historischen Silbers aus dem Vollen schöpfen. Rund 450 Posten, vom Renaissance-Becher bis zur Art-Deco- Zuckerdose, warten auf neue Abnehmer. Die Objekte, vollendete Werke angewandter Kunst, stammen aus den bedeutendsten europäischen Manufakturen, viele davon aus ehemaligem königlichem oder fürstlichem Besitz. Bei dieser Auktion fällt die große Menge an frühen barocken Stücken auf, ebenfalls jene an ausgefallenen Sammlerobjekten. Zu jenen zählt zweifellos das Barock-Osterziborium, ein in dieser Form einzigartiges, herausragendes Kunstkammerobjekt. Laut Silberexperte Georg Ludwigstorff weist das aus dem süddeutschen Raum stammende liturgische Gerät auf einen bedeutenden Auftraggeber wie auch Goldschmied hin. Das Ziborium dient zur Aufbewahrung der konsekrierten Hostien. Das angebotene Gefäß wurde in Silber und Gold gearbeitet und emailliert. Das Besondere daran sind die bis ins kleinste Detail perfekt gestalteten figuralen Szenen, etwa die Darstellung der Grabkammer Christi am Sockel oder die Darstellung der Gefangennahme Christi und Christus auf dem Ölberg im oberen Bereich des Ziboriums. Der Schaft besteht aus vier Ölbäumen. Die Jahreszahl 1706 findet sich am Fuß des Gefäßes, welches somit ein Jahr älter als das 1707 gegründete Dorotheum ist. Insgesamt eine Passionsgeschichte für passionierte Sammler (Schätzwert 40.000 – 60.000 Euro). Schlicht, schnörkellos, absolut zeitgemäß wirkend und unendlich raffiniert erscheint die perfekt gearbeitete und erhaltene große silberne Wiener Empire-Prunkterrine, die über sechs Kilo auf die Waage bringt. Das glatte Silber unterbrechen nur zwei Löwenköpfe, die als Ringhalter dienen. Die zwischen 25.000 und 40.000 Euro geschätzte Terrine ist mit dem Wiener Beschauzeichen von 1810 sowie mit dem Meisterzeichen FW (Franz Wallnöfer) versehen. Unter Kuriosa läuft eine hervorragende Arbeit des Wiener Bildhauers Carl Waschmann. Die Plastik "General Graf Sporck in der Schlacht bei St. Gotthard den 1. August 1664” wurde als "Kaiserpreis” von Franz Joseph I. als Geschenk an den Sieger der großen Armee Steeple Chase 1902 gefertigt. Auf einem grünen Marmorsockel mit Doppeladler steht Graf Sporck im Harnisch, dahinter sein von Soldaten gehaltenes Pferd. Sporck hatte 1664 gemeinsam mit General-Feldmarschall Raimund Graf Montecuccoli die kaiserlichen Truppe befehligt, welche die türkischen Truppen vernichtend schlugen (12.000 – 20.000 Euro). Ganz in der üppigen russischen Ornamentik verhaftet ist der Moskauer Cloisonné-Tafelaufsatz aus vergoldetem Silber. Die komplette runde Schale überzieht eine bunte, florale, in Cloisonnétechnik emaillierte Schicht. Das um 1890 entstandene Kunstwerk wird auf 16.000 bis 20.000 Euro geschätzt. Die Vielfalt der angebotenen Objekte vieler Epochen zeigt deutlich, dass wirklich für jeden Silber-Geschmack etwas dabei ist. Text und Bild: Dorotheum  
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