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Wehrgeschichtliches Museum Rastatt präsentiert die Ausstellung "Desastres de la guerra" von Francisco de Goya
Schrecken des Krieges mit spitzer Feder karikiert Das Wehrgeschichtliche Museum Rastatt präsentiert vom 12. Mai bis 05. August 2007 in Zusammenarbeit mit den Kunstgalerien Böttingerhaus die Ausstellung "Desastres de la guerra" von Francisco de Goya (1746 – 1828). In den 80 Originalgrafiken verarbeitet der spanische Künstler mit sensibler Ehrlichkeit die Schrecken des napoleonischen Krieges für Soldaten und Bürger. Die Radierungen des spanischen Künstlers zählen neben seinen berühmten Fresken, Teppichen und Porträts für Kirche und Hochadel zu seinen bedeutendsten Werken. Werke von unbarmherziger Grausamkeit Mit den 80 "Desastres"-Radierungen, die etwa zwischen 1810 und 1820 entstanden, krönte de Goya sein Lebenswerk. Die ausdrucksstarken Arbeiten frühester Kriegsberichterstattung sollten, eigenen Aussagen des Malers zufolge, "die Menschen für ewig ermahnen, nie mehr Barbaren zu sein." Historischer Hintergrund war der Einfall und die Besetzung Spaniens durch napoleonische Truppen in den Jahren 1807 bis 1813. Entsprechend den verschiedenen Arbeitsprozessen lässt sich die Serie in drei Hauptgruppen gliedern: die eigentlichen Kriegsszenen als schonungslose "Innenansichten” der Gewalt (Blatt 2–47), die Darstellungen des Madrider Hungerwinters 1811/12 (Blatt 48–64) sowie die späteren sogenannten "Caprichos enfáticos” (ergreifende Launen; Blatt 65–80). In vielen der Darstellungen nimmt Goya die moderne fotografische Kriegsberichterstattung vorweg, indem er nicht nur kriegerische Ereignisse auf dem Schlachtfeld, sondern mehr noch die sinnlosen Leiden der ganzen Bevölkerung mit Folter, Verstümmelungen oder Vergewaltigungen zeigt. Ausstellung zeitgenössischer Objekte Einen ersten Eindruck dieser Graphiken konnte sich der Besucher bereits in der Ausstellung "Der Preis der neuen Kronen" im Wehrgeschichtlichen Museum Rastatt im letzten Jahr machen, als dort vorab fünf Radierungen des Zyklus zu sehen waren. Ergänzt und abgerundet wird die Ausstellung von ausgewählten zeitgenössischen Objekten des Wehrgeschichtlichen Museums wie Waffen, Textilien, Zinnfiguren und Schriftgut und einer kleinen Einführung in die Herstellungsweise einer Grafik. Auf Wunsch sind Führungen möglich. Die Sonderausstellung ist vom 12. Mai bis zum 05. August 2007 täglich außer Montag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt zur Sonderausstellung kostet 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Die Eintrittskarte berechtigt neben dem Besuch des Wehrgeschichtlichen Museums zum Besuch des Rastatter Schlosses im Rahmen der stündlichen Führung. Weitere Informationen unter Tel. 07222 34244 oder im Internet unter www.wgm-rastatt.de. Zum Künstler Francisco de Goya (1746 – 1828) Am 30. März 1746 in Fuendetodos bei Zaragossa geboren, lernte Francisco de Goya zunächst bei José Luzan in Zaragossa. Während der Lehrjahre in Italien lernte er die Technik der Freskenmalerei. Nach seiner Rückkehr entwarf er 1771 Kirchenfresken, unter anderem für das Kloster Aula Dei in der Nähe von Zaragossa. 1775 heiratete der Künstler Josefa Bayeu, die Schwester des Malers Bayeu, welcher Gehilfe bei Anton R. Mengs (1728 – 1779) war, einem der größten Maler im Europa seiner Zeit und in Diensten Karl III. stehend. Ab 1776 arbeitete Goya für Mengs und entwarf Teppiche für die Ausschmückung der Paläste El Prado und El Escorial. Die zahlreichen Teppichkartons, die in leuchtenden Farben Szenen aus dem Alltagsleben darstellen, stehen noch in der Tradition des Rokoko. Gleichzeitig machte Goya als bevorzugter Porträtist des spanischen Hofes und Adels Karriere. Er wurde Mitglied, dann Direktor der Königlichen Akademie und 1786 Hofmaler. 1792 verlor er bei einer schweren Krankheit sein Gehör. In den folgenden Jahren entstand die erste seiner Radierfolgen "Los Caprichos”. Noch niemals hatte ein Künstler so schauerliche Einblicke in die Abgründe menschlichen Daseins gewährt. Auch in den offiziellen Porträts für den Hof legte er nun in schonungsloser Offenheit die wahren Charakterzüge bloß, zum Beispiel in dem Gruppenbildnis "Die Familie Karls IV." (1800). Einen Skandal erregte Goya mit seiner "Nackten Maya" (1800 – 02). Bewegt durch Not und Elend seines Volkes während des Befreiungskrieges gegen Napoleon, schuf Goya die Radierfolge "Schrecken des Krieges” (1810 – 13) und das Gemälde "Die Erschießung der Aufständischen vom 3. Mai 1808” (1814). 1819 zog er sich in die Einsamkeit seines Landsitzes bei Madrid zurück und bemalte die Wände seines Hauses mit den düsteren visionären "Schwarzen Bildern”. Nach seiner Beteiligung an der liberalen Erhebung des Jahres 1824 ging Goya ins Exil nach Bordeaux, wo er am 16. April 1828 starb. Der späte Ruhm kam erst mit seiner Wiederentdeckung durch die Impressionisten. Öffnungszeiten: Di. – So. 10 – 17 Uhr Eintrittspreise: 5,00 Euro, ermäßigt 2,50 Euro (inkl. Eintritt ins Rastatter Schloss) Weitere Informationen: Wehrgeschichtliches Museum 76437 Rastatt Tel. 07222 34244 Fax 07222 30712 information@wgm-rastatt.de oder im Internet: www.wgm-rastatt.de Text und Bild: Wehrgeschichtliches Museum Rastatt Francisco Goyas Erstlingswerk (Blatt Nr. 1) seiner bedeutenden Serie "Desastres de la guerra" mit dem Titel "Traurige Vorahnungen dessen, was geschehen wird" ("Tristes presentimientos de lo que ha de acontecer") ist nur eine von insgesamt 80 Originalradierungen, die vom 12. Mai bis zum 5. August 2007 in einer Sonderausstellung des Wehrgeschichtlichen Museums in Schloss Rastatt zu sehen sein werden.  
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