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Der Wilhelmsbau
Auf dem Gelände des Technik Museum Speyer, nur wenige Schritte von der Liller Halle entfernt, ist mit dem Wilhelmsbau ein einzigartiges Museum entstanden, das die Besucher in die Zeit um die Jahrhundertwende zurückversetzt. In den hohen, aufwendig dekorierten Räumen mit ihren Stuckdecken, Parkettböden und Holzvertäfelungen werden der Glanz und die Noblesse einer Epoche spürbar, deren elegante Lebensart unsere Vorstellung von der "Guten alten Zeit" entscheidend geprägt hat. Das Gebäude, das der Ausstellung den stimmungsvollen Rahmen verleiht, blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Ursprünglich diente das im Jahr 1917 errichtete Bauwerk den Pfalz-Flugzeugwerken als repräsentativer Verwaltungsbau. Nach dem 2. Weltkrieg wurde es von den in Speyer stationierten französischen Truppen genutzt und nach deren Abzug im Jahr 1984 dem Bundesvermögensamt übergeben. Aufgrund mangelnden Interesses von Seiten der potentiellen Nutzer und einer unzureichenden Sicherung zog in den folgenden Jahren der Vandalismus ein. Die Räume wurden aus purer Zerstörungswut verwüstet, die Fensterscheiben zertrümmert, die Türen eingetreten. Ein Brand im Jahr 1989 schien das Schicksal des Wilhelmsbaus endgültig zu besiegeln. Der Abriss des historisch wertvollen Gebäudes stand unmittelbar bevor. Die Rettung brachte schließlich die Übernahme des Geländes durch das Technik Museum im Jahr 1989. Nach einer mehrjährigen, mit Millionenaufwand durchgeführten Totalsanierung erstrahlt der Wilhelmsbau jetzt in neuem Glanz. Das Spektrum der im Wilhelmsbau gezeigten Ausstellungen ist einmalig. Im Erdgeschoß bildet die Sammlung mechanischer Musikinstrumente den thematischen Schwerpunkt. Lange bevor das Grammophon das Licht der Welt erblickte, sorgten diese durch Walzen, Metallplatten oder Papierbänder gesteuerten Wunderwerke der Mechanik in Cafés, Gasthäusern und den bürgerlichen Salons für musikalische Unterhaltung. Die feinsten und edelsten Modelle, wie die Reproduktionsklaviere der Freiburger Firma Welte, waren einer kleinen, wohlhabenden Schicht von Musikliebhabern vorbehalten, die mit einem solchen Gerät die Interpretationen der berühmtesten Pianisten der damalige Zeit wie im Konzertsaal erleben konnten. Eines dieser Instrumente in Aktion zu sehen und zu hören ist ein Erlebnis, das ewig in Erinnerung bleibt. Durch das imposante Treppenhaus geht es dann hinauf in das Mittelgeschoß, in dem in liebevoll arrangierten Vitrinen, jede für sich eine kleine Zeitkapsel, historische Moden, zeitgenössische Accessoires, altes Spielzeug und viele Gegenstände des bürgerlichen Alltags gezeigt werden. Viele der Moden sind auf Künstlerpuppen dekoriert, die so lebensecht wirken, dass man glaubt, sie müssten sich jeden Moment durch den Raum bewegen. Ein weiterer Höhepunkt ist die weltweit einzigartige Puppensammlung aus den USA mit über 2500 Puppen der unterschiedlichsten Stilrichtungen. Sie ist ebenfalls im Mittelgeschoß des Wilhelmsbaus untergebraucht, in dem zahlreiche Jagdtrophäen aus der ganzen Welt und andere Ausstellungsstücke aus dem waidmännischen Leben gezeigt werden. Den krönenden Abschluss des Rundgangs bildet die Sammlung Winkler im Obergeschoß des Wilhelmsbaus. In wertvollen, kunstvoll beleuchteten Mahagoni-Vitrinen wird hier der Glanz des alten Preußen wieder lebendig. Neben Uniformen, Helmen, Orden, Rangabzeichen, Säbeln und anderen Militaria umfasst die Ausstellung seltene historische Moden, die den Zeitgeist dieser Epoche in beeindruckender Weise wiederspiegeln. Das renovierte Bauwerk hat eine Länge von 53,50 m und eine Breite von 17,05 m. Einschließlich Keller- und Dachgeschoß stehen dem Museum 4000 qm zusätzliche Ausstellungsfläche zur Verfügung. Der Wilhelmsbau ist täglich von 11 – 18 Uhr geöffnet. Führungen für Gruppen ab 20 Personen sind nach Voranmeldung jederzeit möglich. Der WILHELMSBAU am Technik Museum Speyer, Am Technik Museum, 67346 Speyer, Telefon 06232/67080, Telefax 06232-670820, www.technik-museum.de  
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