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| Schmuck und Uhren
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Textversion:
In einem Teil dieser Fabrik ist heute das
Uhrenindustriemuseum untergebracht.
Pünktlichkeit und Zeitdisziplin mussten
die Fabrikarbeiter erst lernen, denn
früher weckte die Sonne, nicht der
Wecker. Der Wecker wurde dadurch
zum Massenprodukt, das möglichst
preiswert hergestellt und verkauft werden
musste. Dies wirkte sich auch auf
die Belegschaft aus. Zunächst waren
Fachkräfte gefragt, mit der zunehmenden
Mechanisierung und Automation
wurden mehr angelernte Arbeitskräfte
und schlechter entlohnte Frauen eingesetzt.
Gleichzeitig wurden für die Endkontrolle
gut ausgebildete Fachleute
gesucht. Die 1900 gegründete Feintechnikschule
in Schwenningen liefert
sie bis heute. Die Fabrikwelt ist in den
Kontext von Technik-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte
gestellt. Der Besucher
erfährt etwas über das Zusammenleben
der soz
i a l e n
Schichten,
den
Streiks,
dem Vereinsleben
und über
d a s
"Schwenninger
Dutzend".
Die Geschichte der
Uhrenindustrie in der Region
wird mit allen produktiven und sozialen
Facetten in dem Uhrenindustriemuseum
dokumentiert und lebendig
gemacht, denn alle Maschinen sind
funktionstüchtig und werden von Museumsbediensteten
vorgeführt und von
ehrenamtlichen Mitarbeitern restauriert
und gewartet. Die Maschinen, Werkzeuge,
Arbeitsvorrichtungen wurden im
letzten Augenblick vor der Vernichtung
gerettet. Es sind vielfach Maschinen
und Apparate, die jene Entwicklungsschritte
markieren, die einmal ganze
Fabrikabteilungen überflüssig werden
ließen, die Neustrukturierungen des
Marktes durch Erfindung nach sich zogen,
neue Berufe entstehen ließen, neue
Fabrikbauten erforderten, manche arbeitslos
und andere reich machten.
Das Projekt wurde 1989 von einer Gruppe
engagierter Bürger initiiert und seither
auch finanziell gefördert. Die Gründungsmitglieder
des Fördervereins Lebendiges
Uhrenindustriemuseum überzeugten
die Stadt Villingen-Schwenningen
und den Landkreis Schwarzwald-
Baar von ihrem Anliegen. Es wurde
ein Trägerverein gegründet, dem
noch heute die Verwaltung des Museums
obliegt. 1994 konnte das Uhrenindustriemuseum
eröffnet werden. Es
bietet dem Besucher neben einer vielfältigen
Produktpalette einen Rundgang
durch die im Museum angeordneten
Fabrikabteilungen, in denen auch ein
Museumswecker produziert wird. Aus
umwelt- und arbeitsschutzrechtlichen
Gründen können nicht mehr alle Teile
vor Ort gefertigt werden. Auf der Galerie
bekommt der Besucher einen Einblick
in die sozialen und wirtschaftlichen
Gegebenheiten.
Als die angrenzenden Räume frei wurden,
ergriff man 1999 die Chance und
mietete sie an, um das Museum zu erweitern
und Möglichkeiten für Wechselausstellungen
zu schaffen. Auch die
Erweiterung unterstützten die Ehrenamtlichen
wieder durch ihre fachkundigen
Ratschläge und ihre tatkräftige
Hilfe. Über Jahre hinweg schufen sie
durch ihren persönlichen körperlichen
Einsatz und das Einbringen ihrer zum
Teil jahrzehntelangen fachlichen Erfahrung
– als Uhrmacher, Feinmechaniker,
Maschinenbauer und was es sonst
sein mag – die Voraussetzung, dass die
ehemals in dieser Stadt und in der Region
dominierende Uhrenindustrie und
deren Zulieferbetriebe in wirklichkeitsnaher
Darstellung im Museum gezeigt
werden können.
Die Uhrenindustrie war einmal der größte
Arbeitgeber in der Region. Vielen
Jugendlichen ist dies heute unbekannt.
Damit auch sie die Industriegeschichte
des Raumes besser begreifen lernen
und die Funktionen einer mechanischen
Uhr verstehen, wurde das Museum
im Jahre 2000 um ein Besucherlaboratorium
erweitert. Es lädt ein
zum aktiven Erfahren der in der Uhr
wirkenden Kräfte und der subjektiven
Zeiterfahrung. Den modernen Handson-
Geräten gegenüber steht eine Anzahl
schon historischer Schaumodelle
von Uhrwerks-Prinzipien.
Der Besucher erhält außerdem Informationen
zum Niedergang der Uhrenindustrie
in dieser Region. Je einfacher
die Konstruktion wurde, je weniger Bauteile
eine Uhr benötigte, um so weniger
Beschäftigte brauchte die hiesige
Uhrenindustrie.
Das Uhrenindustriemuseum
Bürkstraße 39
78054 VS-Schwenningen
Telefon: 07720 38044
Fax: 07720/992925
E-Mail: ingeborg.kottmann@
villingen-schwenningen.de
www.uhrenindustriemuseum.de
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag
10 – 12 Uhr und 14 – 18 Uhr
Eintritt: 3 Euro, ermäßigt 2 Euro
Text/ Foto:
Das Uhrenindustriemuseum Villingen-Schwenningen |
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