Raufutter - Heu ist aus vielerlei Gründen wichtig fürs Pferd

Foto Heuhaufen

Eine gute Heuernte ist die halbe Miete für eine fundierte Pferdehaltung

Bildquelle: Wienkamp

In einem Kinderlied heißt es: „Heu und Hafer frisst er nicht, Zuckerbrezel kriegt wer nicht.“ Gut, das reimt sich, aber ist kein guter Ratschlag für Pferdehalter. Denn: Heu ist eines der wichtigsten Futtergrundlagen.

‘Warum ich Heu füttere? Nun, das hat viele Nährstoffe und macht mein Pferd so schön zufrieden!’ Richtig - aber darüber hinaus tut Heu viel mehr für unseren Sportskameraden. In seinem Dickdarm sind vor allem Bakterien am Werk, die aus dem Heu Energie, Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe herauslösen. Aber diese Nährstoffe könnte das Pferd natürlich auch aus anderen Futtermitteln beziehen.

Holz und Kork
Doch Heu enthält auch Holz- und Korkstoffe. Überflüssig sind diese unverdaulichen Bestandteile jedoch keineswegs, denn sie sorgen unter anderem dafür, dass die Nahrung ausgiebig gekaut und eingespeichelt wird und den kleinen Pferdemagen und den daran anschließenden Dünndarm nur langsam füllt. Während es bei schneller Nahrungsaufnahme - wie beim hastigen Abschlucken von zu viel Kraftfutter - häufig zu Fehlgärungen kommt, beugt die kontinuierliche Aufnahme kleiner Raufuttermengen Verdauungsstörungen, vor allem Koliken, vor. Dünn- und Dickdarm können ihre Aufgaben sozusagen ‘ohne Hast’ erledigen.

Gutes Gebiss
Die groben Strukturstoffe im Heu sorgen auch für eine gleichmäßige Abnutzung der Kauflächen der Zähne. Es bilden sich seltener die gefürchteten Haken an den Backenzähnen als bei Pferden, die überwiegend Kraftfutter erhalten. Auch Schlundverstopfungen, Verstopfungen und Durchfall sind insgesamt deutlich seltener.
Weniger Langeweile
Zudem entspricht das geruhsame Aufnehmen und Zermahlen der Heuhalme dem natürlichen Freßverhalten des Pferdes. Das Pferd ist ein Dauerfresser, das als solcher eine jahrmillionenlange Entwicklungsgeschichte hinter sich hat. Einige wenige Jahrtausende der Domestikation haben es nicht zu einem Kurzzeitfresser ‘umgepolt’. Es langweilt sich im Stall, wenn es nicht dauernd etwas zu knabbern hat - oder beginnt aus Frust, Stallwand oder Krippe zu benagen oder Untugenden wie das Weben, Koppen und Kreiswandern zu entwickeln. Genügend Raufuttergaben stellen daher das A und O der Pferdefütterung dar.


Textquelle:

Wienkamp

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