Katzengeburt: Ein ganz besonderes Ereignis!

Pippi & ihre Babys

Bildquelle: Claudia Nehls

Katzengeburt:
Ein ganz besonderes Ereignis!

Die Trächtigkeit der Katze dauert etwas mehr als 2 Monate; dann ist es endlich soweit: Die Kleinen erblicken zum ersten Mal das Licht der Welt:
Obwohl unkastrierte und gesunde Katzen schon kurz nach der Geburt ihrer Welpen wieder trächtig werden können und sie in relativ kurzen Abständen Katzenkinder gebären, erlebt die Mutterkatze die Geburt der Katzenkinder in der Regel als glückliches und ganz besonderes Ereignis. Ein ganz besonderes Ereignis ist die erste Geburt ihrer Babys.
Etwa zwei Wochen vor Geburt spürt die Katze die Bewegung ihrer Kinder und nimmt erste seelische Kontakte zu ihnen auf. Der Mutterinstinkt erwacht und die Katze bereitet sich auf die Niederkunft vor, indem sie einige Zeit vor der Geburt das geeignete Plätzchen für die Geburt aussucht.
Die Katze sucht sich für die Geburt einen ruhigen Ort, der ihr und ihren Babys Geborgenheit vermittelt. Dies kann sowohl der Kleiderschrank, als auch der Bettwäscheschrank oder ein „selbsternanntes Lager“ sein.
38 Stunden vor der Geburt stellt sich der Hormonspiegel radikal um, die gesamte Beckenregion wird entsprechend vorbereitet. Die Muskulatur, das Becken und die Geburtswege der Katze werden vermehrt durchblutet; der gesamte Bereich wird weich und dehnbar. Ganz sanft setzen dann die Vorwehen ein, die Welpen nehmen ihre endgültige Geburtslage ein.
Einen Tag vor der Geburt beginnt die Katze meist unruhig zu werden und hat zunehmend das Bedürfnis, sich zurückzuziehen.

Im Frühjahr 2007 standen uns im Tierheilkundezentrum gleich zwei dieser glücklichen Ereignisse ins Haus:
Im April gebar unsere Katze Emma ihre ersten Babys, 10 Tage später unsere Pippi. Emmas Vorbereitungen bestanden darin, unsere Nachtkonsole mit der Unterwäsche auszuräumen und sich aus der Unterwäsche ein Lager für ihre Welpen in einer kleinen Ecke hinter der Konsole zu bauen. Pippi gebar ihre Welpen in einem ruhigen Raum des Hauses auf einer am Boden liegenden Arbeitshose.
War es Zufall oder Bestimmung? Beide Geburten erlebte ich hautnah von Anfang an mit:
Bei Emma trieb mich eine innere Stimme am Sonntagvormittag nach ihr zu suchen; ich entdeckte sie in ihrem selbst erbauten Lager in unserem Schlafzimmer zu Beginn der Geburt ihres ersten Katzenkindes. In kurzem Abstand folgte sodann das zweite und einige Minuten später kam der dritte Welpe zur Welt. Emma beleckte jedes ihrer Jungen sofort und legte es unter sich. Ganz nebenbei kam dann eines nach dem anderen völlig unbeschwert zur Welt. Die Geburt war so unproblematisch, wie ich es mir nie hätte vorstellen können. Sie hockte sich hin und ein Baby nach dem anderen erblickte die Welt. Nach der Geburt war sie wohlauf und eine liebevolle und fürsorgliche Mutter.
Pippi gebar ihre Babys in den frühen Morgenstunden. Ich wurde gegen 5.00 Uhr wach von einem durchdringenden und entsetzlich anmutendem Schreien. Erschrocken sprang ich aus dem Bett und schaute, was passiert war. An Pippi und die bevorstehende Geburt dachte ich in diesem Moment gar nicht. Als ich dann in die untere Etage kam, sah ich die Bescherung: Pippi hatte ihr erstes Baby geboren und dieses lag auf dem kalten Holzfußboden; eine kleine Verletzung am Kopf, Pippi stand einige Meter entfernt und schaute völlig fassungslos und erschrocken auf ihr Baby, welches noch immer fürchterlich schrie. Ich nahm das Katzenbaby und legte es zu Pippi auf ihr Lager. Nach anfänglichem Zögern begann sie dann doch, es sauber zu lecken. Nach dem ersten Schock wurde dann doch noch alles gut: Pippi gebar drei weitere gesunde Babys in jeweiligen Abständen von ca. 15 Minuten.

Emma & ihre Babys

Bildquelle: Claudia Nehls

Während die Mütter die Nachgeburten verzehren, schießt dadurch begünstigt Milch in die Milchdrüsen ein und die Babys beginnen auch sogleich zu trinken.
Nachdem ihre vier Babys gesund und schmerzlos das Licht der Welt erblickten, war auch Pippi eine glückliche und zufriedene Katzenmutter und betüddelte, beleckte und umsorgte ihre Katzenbabys noch inniger, als Emma dies in den kommenden Wochen vollbrachte.
Die Geburten an sich würde ich beschreiben wie den Gang zur Katzentoilette; ebenso unproblematisch kamen alle sieben Babys zur Welt. Die Mütter machten keineswegs den Eindruck, als hätten sie Schmerzen; die Geburten waren ein Leichtes für beide Mütter. Nachdem Pippi den ersten Schock des ersten Babys überwunden hatte – ich hatte den Eindruck, sie fragte sich, was das denn überhaupt sei – waren die restlichen Geburten für sie selbstverständlich.
Unsere zwei kastrierten Kater, welche mit Pippi und Emma aufgewachsen sind, fühlten sich witzigerweise auch für die Babys verantwortlich und übernahmen abwechselnd die Rolle des fürsorglichen Familienvaters. Löwe und Bic Mac legten sich jeweils zu den Mamas mit ihren Babys, beleckten und beschmusten die Babys. Später dann, als Pippi und Emma schon wieder für kurze Zeit ihr Babylager verließen, um einen Spaziergang ins Freie zu machen, kümmerten sich während dieser Zeit die Kater liebevoll um die Babys. Diese Harmonie mit den Katern und vor allem ihre fürsorgliche Vaterrolle, in die sie schlüpften, sie waren nämlich nicht die Väter, war unglaublich.
Interessant wurde es auch, als die Babys etwas älter wurden und bereits laufen konnten:
Waren die Mütter und ihre Babys anfangs noch getrennt und jede umsorgte ihre eigenen Kinder, zog unsere Pippi dann von unten nach oben in den gleichen Raum wie Emma und die Babys bedienten sich je nach Lust, Laune und Verfügbarkeit an der Milchbar der verschiedenen Mamas. So kam es, dass alle Babys bei Emma lagen und tranken oder auch bei Pippi, es kam aber auch vor, dass Emmas Babys bei Pippi tranken und Pippis bei Emmas oder irgendwie alle durcheinander lagen...
Hätte ich nicht gewusst, welches Katzenbaby zu welcher Mama gehört, ich hätte dies nicht mehr unterscheiden können. Beide Mütter fühlten sich für beide Babys gleich verantwortlich.
Es war wirklich eine Freude anzuschauen, wie unproblematisch, leicht und unbeschwert sowohl die Geburt, wie auch die gesamte Aufzucht vonstatten ging. Alle Babys waren und sind kerngesund.
Obwohl wir insgesamt sieben Katzenbabys groß zogen, gab es keinerlei Erkrankungen und gesundheitliche Probleme bei Müttern und Kindern.
Ist die Mutterkatze instinktsicher, wird es kaum Komplikationen geben, sofern die Katze gesund ist. Instinktschwäche und Verhaltensstörungen können jedoch den Geburtsablauf stören bzw. die Geburt kompliziert werden lassen.
Tierheilkundezentrum
Tierheilpraktikerin Claudia Nehls
Am Buchholz 3, 33014 Bad Driburg
Tel.: 05648/963335, Fax: 05648/963334, Handy: 0173/51 57 633
E-Mail: tierheilpraxis1@t-online.de, Internet: www.tierheilkundezentrum.de


Textquelle:

Tierheilkundezentrum
Tierheilpraktikerin Claudia Nehls
Am Buchholz 3, 33014 Bad Driburg
Tel.: 05648/963335, Fax: 05648/963334, Handy: 0173/51 57 633
E-Mail: tierheilpraxis1@t-online.de, Internet: www.tierheilkundezentrum.de

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