Ein Veterinär passt bei Freizeitreiterprüfungen auf

Wenn es über Stock und Stein geht, ist der Ehrgeiz häufig größer als die Verantwortung.

Bildquelle: Wienkamp

Alles zum Wohle des Pferdes! Häufig zweifelt man diesen Satz an, wenn man bei Wettbewerben eine Überforderung des Pferdes zu erkennen glaubt. Dabei gibt es feste Regeln, die verhindern, dass der Tierquälerei Tür und Tor geöffnet werden.

Tierärztliche Verfassungskontrollen sind bei den unterschiedlichsten Wettkampfveranstaltungen vorgeschrieben - so bei Vielseitigkeits-, bei Distanz- und Streckenritten. Die kurz ‘Vet-Checks’ genannten Untersuchungen finden vor und nach dem Ritt sowie an bestimmten Kontrollpunkten auf der Strecke statt. Dabei werden der Bewegungsapparat kontrolliert sowie Puls und Atmung gemessen.

Zwangspause
Stets ist es dann der Tierarzt, der entscheidet, ob das Pferd weiter am Wettkampf teilnehmen darf. Er kann zum Wohle des Tieres eine Zwangspause verschreiben oder das Pferd-Reiter-Team von der Fortführung des Rittes ausschließen. Verfassungsprüfungen haben also durchaus ihren Sinn, denn - wie ihr Name bereits ausdrückt - die ‘Verfassung’ des Pferdes kann sich auf solchen Ausdauerprüfungen (bei denen teils bis zu 100 Meilen zurückgelegt werden) verschlechtern, was aber leider nicht jeder ehrgeizige Reiter wahrhaben will.

Und das Plauschturnier?
Angesichts der wachsenden Zahl der Prüfungen für Freizeitreiter ergibt sich die Frage, ob nicht auch hier Art Vet-Checks eingeführt werden sollten. Bei Wanderritten mit Wettkampfcharakter, die stets neben einer Rittigkeitsprüfung und einem Geschicklichkeitsparcours auch einen Streckenritt beinhalten, sind sie bereits seit langen vorgeschrieben.

Doch mittlerweile werden allerorts Plauschturniere ausgetragen, deren Höhepunkte nicht selten in rasanten Ponyrennen oder im schnellen Galopp absolvierten Reiterspielen bestehen. Horsemanship stellt bei diesen Prüfungen der Veranstalter unter Beweis, der klare Regeln für die Ausrüstung von Pferd und Reiter (milde Gebisse, Verzicht auf Gerte und Sporen) aufstellt und sinnvollerweise auch die Pferde vor und nach einer solchen Prüfung einem Tierarzt vorführen lässt.


Textquelle:

Wienkamp

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