
Wer reiten möchte, sollte sich von Anfang an an einen Sattel gewöhnen.
Bildquelle: Wienkamp
Indianer sind früher meistens ohne Sattel geritten. Kinder auf Ponys verzichten in der Regel auch auf einen Ledersitz. Wer jedoch nicht nur hin und wieder zum Jux aufs Pony steigt, sondern das Reiten ernsthaft auf erlernen möchte, sollte allerdings auf dieses wichtige Requisit nicht verzichten.
Beim Besuch vieler Ponyhöfe oder selbsternannter Kinderreitschulen sieht man immer wieder Kinder, die beim Reitunterricht ohne Sattel reiten. Natürlich macht das vielen Kindern Spaß, in Gedanken so in die Rolle des Indianers zu schlüpfen und sicher dient es auch der Schulung des Gleichgewichtssinnes. Aber zugleich wird beim Reiten ohne Sattel eine unerwünschte Grundlage für den falschen Sitz gelegt!
Nicht im Schwerpunkt
Der dem Pferd gut passende und richtig aufgelegte Sattel setzt den Reitschüler exakt über den Schwerpunkt des Pferdes, dorthin also, wo er nicht nur das Pferd anatomisch am wenigsten stört, sondern auch am besten aus dem Sitz heraus einwirken, das Pferd also ‘führen’ kann. Auf dem nackten Pferderücken hingegen - vor allem auf einem schlanken, rippigen Pferd, rutscht der Reiter unweigerlich beim Antreten nach vorn in Richtung Schulter. Bei jeder unerwarteten oder schnelleren Bewegung klammern sich die Füße reflexartig fest und bringen das Reiterbein in eine Position, aus der heraus auf korrekte Schenkeleinwirkung nicht mehr zu denken ist.
Kritik an Reitschulen
Eltern kleiner Reitschüler sollten daher nicht akzeptieren, dass ihr Kind ohne Sattel reitet und auch die Ausrede „Das Pferd hat gerade Satteldruck und darf keinen Sattel tragen!“ akzeptieren. Ein seriöser Reitbetrieb verwendet gut passende Sättel, die keine Drücke hervorrufen und setzt seine Pferde stets erst im Unterricht ein, nachdem der Sitz der Ausrüstung vom Reitlehrer überprüft wurde. Bei Unterricht auf Ponys sollte zudem auf das Vorhandensein richtiger Sättel - also nicht Billig-Sattelkissen mit Minibügeln (Unfallgefahr!) - geachtet werden, ausgerüstet mit Schweifriemen, die dafür sorgen, dass der Sattel auch auf einem rundlichen Pferdchen nicht nach vorn auf die Schulter rutscht. Bitte immer daran denken: Wer bereits am Sattelzeug spart, wird einem jungen Reitersmann niemals den Gedanken des Horsemanship vermitteln können.
Wienkamp
Kommentare
ich bin da ganz anderer
ich bin da ganz anderer meinung
dort wo ich reite wird manchmal ohne sattel geritten und unsere reitlehrerin sagt, dass sie ohne sattel auch viel braver sind. das stimmt aber auch: ich bin vor kurzem auf einem sehr zickigen pferd geritten ohne sattel und das war echt superbrav .. und das hängt 100%ig nicht von der laune ab -- das könnt ihr mir glauben weil die zickt IMMER egal wie gut sie drauf ist...aber diesmal habe ich mich nur ein einziges mal durchsetzen müssen und den rest der stunde hat sie sich echt bemüht, nichtmal die ecken hat sie krampfartig abgekürzt wie sonst immer
aber wenn der reiter einen schwungvollen Sitz hat und nicht herumplumst glaube ich nicht dass es schäden mit sich zieht
auf fjordies mit breitem langem rücken geht das super!
ohne sattel reiten
ja, es hilft vieleicht dem reitschüler sein gespür für die gangart besser zu entwickeln doch hat mal jemand an das pferd gedacht? ich habe tierheilpraktik studiert und Ihr macht eurem pferd den rücken kaputt denn man sitzt wie schon erwähnt nicht im schwerpunkt man kann den trab bei schwungvollen pferden nich zu 100 % aussitzen und plumst deshalb wenn auch nur leicht dem pferd in den rücken, was für dieses keineswegs schön ist. ich finde es schade das immer nur daran geacht wird den reiter mehr zu schulen anstatt zu bedenken was man seinem pferd damit antut!!!!!
ich behandele des öfteren pferde, bei denen der besitzer viel wert auf ohne sattel reiten legt, das pferd aber einen komplett kaputten rücken hat... ich möchte nur dazu anregen, mehr auf das pferd zu achten. Ihr pferd wird es Ihnen danken...
Ohne Sattel reiten ...
So ein Quatsch! Habe selber ohne Sattel reiten gelernt und noch heute (25 Jahre später) bestätigt mir jeder, dass ich auch auf jedem Sattel einen außerordentlich guten Sitz habe. Ich kann auch "unbequeme! Traber sitzen, ohne im Sattel rauf und runter zu hüpfen und bin seit Jahren nicht vom Pferd gefallen (obwohl ich junge Pferde einreite). Das liegt auch daran, dass man ohne Sattel ein besseres Gespür für die Bewegung des Pferdes entwickelt. Dies führt dazu, dass man oft schon den kleinen Sprung zur Seite oder den Bocksprung erspürt. Man kann ihn vielleicht nicht verhindern, aber man ist darauf vorbereitet! Laßt Eure Kinder viel und gerne ohne Sattel reiten!!!!!
Gruß
M
XEIA
RABIA
HGZUI
HGZUI
Ohne Sattel reiten ...
So ein Blödsinn, das reiten ohne Sattel soll den kleinen Reitanfängern helfen sich auch ohne Sattel im Gleichgewicht zu halten. Wie Sie richtig angesprochen haben , haben die Indianer früher auch keine Sättel gehabt und sind damit sehr gut zurecht gekommen. Der Sattel ist einfach nur die bequemere und dadurch für viel die sichere Alternative. Ich stimme aber überein, dass ein Sattel mit Schweifriemen bei einem Pony besser angebracht ist, wegen dem nach vorne rutschen.
MfG
J
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