Schicksale unreitbarer Pferde

Ein unreitbares Pferd

Bildquelle: Tierheilpraktikerin Claudia Nehls

Traurig:
Der Pferdebesitzer, der erst einmal erkannt hat, dass auch – oder gerade - unreitbare Pferde hohe Kosten verursachen und materielle den emotionalen Aspekten voranstellt, verkauft sein altes und/oder unreitbares/erkranktes Pferd an denjenigen, dem der materielle Hintergrund für ein gesundes Pferd fehlt. Fatal: Ein altes unreitbares Pferd verursacht immense für den Unerfahrenen nicht überblickbare Kosten und wird – nach Erkenntnis – weiter verkauft.

Traurig:
Organisationen, die sich mit besten Absichten zur Aufgabe gemacht haben, diese armen Kreaturen pferdegerecht in Lebensstellung ohne Profit zu vermitteln, scheitern am Materialismus der Pferdebesitzer. Traurig, wenn man liest: „Welcher erfahrene Pferdemensch will unserem blinden Knabstrupper ein neues, artgerechtes Zuhause geben? Er ist 12 Jahre alt; leider hat er auch eine Stauballergie. Das Pferd wird nicht verschenkt, es soll 1.000,00 Euro kosten, nur mit Schutzvertrag, da wir ihn selbst vom Tierschutz haben“. (Man stelle sich einmal vor, blind zu sein, in eine völlig fremde Umgebung zu kommen, den Transport zu ertragen, die fremden Pferde usw.). Traurig, wenn hier der „Pferdeliebhaber“ zum privaten An- und Verkauf wird; wenn Gnadenbrotpferde „gegen Schutzgebühr“ von einer Hand zur anderen wandern, wenn unreitbare Pferde verschenkt und weiterverkauft werden, wenn angebliche „Gnadenbrothöfe“ ihre Dienste zu Preisen anbieten, bei denen keine Leistung erbracht werden kann.

Die gute Absicht durchschaut man allzu leicht, wenn es beispielsweise heißt: „Suche für meinen alles geliebten Monty, leider wegen Spat unreitbar, ein gutes lebenslanges Zuhause. Monty kostet 1.500,00 Euro. Meinen geliebten Monty kaufte ich erst vor 5 Monaten, leider ist er nun nicht mehr reitbar und ich möchte ein reitbares Pferd. Der Tierarzt sagt aber, Monty kann bald wieder geritten werden, er benötigt dann aber Teufelskrallekapseln (Anm.: Kapseln werden vom Pferdedarm nicht aufgeschlossen). Keinesfalls will ich ihn aber zu dem Pferdehändler, von dem ich ihn kaufte, zurückgeben. Wenn ich auf diesem Wege keinen Käufer finde, muss ich dies jedoch!“

Dem Mädel möchte man sagen: Erlerne erst einmal grundsätzliche anatomische Kenntnisse des Pferdes, um zu erkennen, ob ein Pferd gesund oder krank ist, erlerne das Wesen, die Fütterung, die Haltung und so ganz pferdetypische Erkrankungen wie Spat bzw. wie Du diese erkennen kannst und kaufe Dir dann nach reiflicher Überlegung und mit Pferdeliebe ein Pferd. Hältst Du dieses für unnötig, dann stehe zu Deiner Unfähigkeit, Deiner Bequemlichkeit und behalte dieses, Dein krankes Pferd, was Du Dir aus Unkenntnis und Bequemlichkeit gekauft hast. Fange an, Dein krankes Pferd zu lieben und versuche nicht, es dem nächsten Unwissenden unterzujubeln, denn auch dieser sucht ein Reitpferd, denn auch dieser kann Dein Pferd nicht reiten und auch dieser hat garantiert kein Geld, Dein Pferd dauerhaft medizinisch betreuen zu lassen, auch dieser wird kein Geld haben, Dein Pferd pferdegerecht unterzubringen, denn hätte dieser das Geld, würde er sich kein krankes Pferd kaufen, sondern ein gesundes; denn er möchte dieses ja durch Deinen Hinweis auf die Aussage des Tierarztes einmal reiten!
Die Liebe zu einem Pferd endet nicht, wenn dieses Pferd unreitbar wird, wenn dieses Pferd Geld kostet und wenn dieses Pferd unbequem wird.
Du schreibst, Du willst Deinen über alles geliebten Monty keinesfalls an den Pferdehändler, von dem Du ihn kauftest, zurückgeben: Ja, war dieser denn wirklich noch unmenschlicher, noch mit weniger Pferdeliebe gesegnet, als Du es bist?

Natürlich gibt es auch Pferdemenschen, welche aufgrund finanzieller Not nicht in der Lage sind, ihr Gnadenbrotpferd pferdegerecht unterzubringen, wie es auch Pferde und Ponys gibt, für die sich grundsätzlich niemand verantwortlich fühlt. Auch ist oft die Erlösung des Pferdes die einzig tierliebe Alternative, nämlich dann, wenn das Pferd unter großen Schmerzen leidet und sein Dasein zur Qual wird, keine Frage.

Es gibt aber auch die leidigen Schlachttiertransporte, die neben Haflingern und Kaltblütern auch die Freiberger in der Schweiz betreffen.
Jedes Jahr im Herbst, wenn die Fohlen abgesetzt werden, wandern Hunderte von ihnen nach qualvollem Transport auf die Schlachtbank. Die Zustände im Schlachthof sind zum großen Teil furchterregend! Getötet werden Fohlen, für die im entscheidenden Moment der Auktion kein Käufer vorhanden ist. 90 % dieser Tiere gehen auf qualvolle Transporte nach Italien und Frankreich, da dort der Erlös um ein paar Euro höher liegt.
Der Grund für dieses Vorgehen liegt in einem Überangebot besonders an Hengstfohlen. Es sind Tiere, die der Besitzer nicht zur Aufzucht und Ausbildung behalten will, weil er nicht bereit ist, Geld zu investieren. Die Fohlen sind gesund und in keiner Weise „weniger wert“ als andere.

Das Zentrum für ganzheitlicheTierheilkunde möchte aktive Hilfe leisten. Wir haben hier die optimalen Bedingungen und möchten helfen einigen dieser Fohlen dieses grausame Schicksal zu ersparen. Natürlich ist die Ursache nicht behoben, natürlich können wir nur wenige retten. Es liegt leider nicht in unserer Macht, dieses grausame Vorgehen ursächlich anzugehen. Doch können wir nicht länger wegschauen und sind der Ansicht: Besser einigen wenigen dieses Schicksal zu ersparen, als keinem der Fohlen! Auch steter Tropfen höhlt den Stein..


Textquelle:

Tierheilpraktikerin Claudia Nehls
Tierheilkundezentrum
Am Buchholz 3, 33014 Bad Driburg
Tel.: 05648/963335, Fax: 05648/963334, Handy: 0173/51 57 633
E-Mail: mailto:tierheilpraxis1@t-online.de, Internet: www. tierheilkundezentrum.de
Steuernummer 326/5967/1172
UST-ID-Nr. DE 814483972

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