Allergien bei Hunden & Katzen

Foto Allergie beim Hund

Allergie beim Hund

Bildquelle: claudia Nehls

Allergien nehmen in erschreckendem Ausmaße bei unseren Haustieren zu. Das Wort Allergie kommt aus dem Griechischen und heißt so viel wie „andersartig, überschwenglich reagieren“. Wir kennen viele verschiedene Allergene, worauf Hunde und Katzen reagieren können; grundsätzlich kann fast jeder Faktor, jeder Bestandteil der Nahrung, jedes lokal anzuwendende Pflegemittel, jedes Insektizid, jeder Stoff, jedes Medikament zum Allergen bei disponierten Tieren werden. Eine Zunahme der allergischen Erkrankungen finden wir in allen Unterkategorien: Bei den Atemwegsallergien, bei den Haut- und Schleimhautallergien, sowie bei den Nahrungsmittelallergien, aber auch bei den Arzneimittelallergien; kurzum: bei sämtlichen Allergieformen.
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Allergie

Bildquelle: Claudia Nehls

Wie erkennt man eine Allergie?

Oft ein schwieriges Unterfangen: nicht jede allergische Reaktion stellt eine Sofortreaktion dar. Eine Sofortreaktion tritt beispielsweise bei einem allergischen Schock auf, der direkt nach der Verabreichung bestimmter Medikamente erfolgt, wenn das Tier auf bestimmte Arzneimittel oder auch Hilfs- und Begleitstoffe allergisch reagiert. Es kommt zu einer Dosis unabhängigen Antigen-Antikörper-Reaktion durch den Kontakt mit bestimmten Arzneimitteln bzw. darin enthaltenen Stoffen. Diese Sofortreaktion kann sich beispielsweise bei leichteren Formen in Ausschlägen und Ekzemen, jedoch auch in Bronchospasmen und anaphylaktischem Schock mit sofortiger Todesfolge äußern. Glücklicherweise ist der anaphylaktische Schock relativ selten zu beobachten.
Eine Sofortreaktion erfolgt beispielsweise auch bei dem „Allergen“ Grasmilben: kurze Zeit nach dem Kontakt zeigen sich Hautläsionen und Juckreiz, oder auch bei einer Flohstichallergie: ein Stich reicht aus, um dem Tier sofort schrecklichen Juckreiz zu bescheren!

Schwieriger wird das Erkennen einer Allergie beim Thema Futtermittel: Reaktionen treten bei Nahrungsmittelallergien selten sofort nach der Verfütterung der allergenen Futtermittel auf und die Symptome können so verschieden sein, dass wir sie nicht unbedingt mit einer Allergie in Zusammenhang bringen. Hier wird die Diagnose schwierig.
Bei manchen Haut- und Schleimhauterkrankungen ist die Diagnose auch langwierig, man denkt bei einer Erkrankung der oberen Atemwege der Katze nicht automatisch an eine allergische Reaktion, sondern wird erst einmal abklären, ob diese infektionsbedingt ihre Ursache findet.

In den meisten Fällen entwickeln sich allergische Reaktionen über einen längeren Zeitraum, der Organismus wird auf das Allergen sensibilisiert. Häufig passiert es, dass eine Katze oder ein Hund seit Jahren das gleiche Futter bekommen und dann für uns ganz plötzlich sichtbar (es „brodelt“ meist schon länger im Organismus, das können wir jedoch nicht erkennen..) auf einzelne Bestandteile dieses Futters eine allergische Reaktion entwickeln. Da dieses Futter bereits so lange gefüttert wird, denkt der Tierhalter keinesfalls an eine allergische Reaktion auf genau dieses Futter!

Das allergische Geschehen drückt sich entsprechend der individuellen Disposition an den jeweils Allergen sensibelsten Organen aus:

Eine Unterteilung erfolgt in Hautallergien, beispielsweise bei Nahrungsmittelintoleranz, nach Insektenstichen, Flohekzem oder durch Kontakt mit allergenen Substanzen (Kontaktallergie).
Anfangs entsteht Juckreiz, der sich mehr und mehr steigert und dann in Folge Ekzeme, Hautläsionen, wunde, blutige und eitrige Hautbezirke verursacht.

Allergien im Atmungstrakt äußern sich in Heuschnupfen, Sinusitis, Asthma und chronischer Bronchitis.
Auch heftig juckende Bindehautentzündungen können ein Ausdruck einer allergischen Reaktion sein.

Selten bringen wir eine Allergie mit folgenden Symptomen in Zusammenhang:

Auch die Gelenke können betroffen sein mit schmerzhaften Schwellungen, welche auch „wandern“ können.

Betroffen kann auch der Verdauungstrakt mit chronischem Durchfall oder das Auftreten von Kotwasser sein.

Die Bereitschaft zur Allergie kann genetisch bedingt sein oder aber durch anhaltenden Reiz erworben werden. Auch wenn die Allergie im Laufe des Lebens erworben wird, steht oft eine genetische Disposition dahinter.
Denn: nicht jedes Tier erkrankt an einer Allergie unter identischen Bedingungen.

Zur Regulation einer Allergie wird neben der Suche des/der sensibilisierenden Allergene ein multifaktorieller und ganzheitlicher Therapieansatz unumgänglich.
Um die überschießende Reaktion des Immunsystems zu regulieren, bedarf es vieler unterschiedlicher Maßnahmen. Dies aus dem Grunde, da meist verschiedene Faktoren Allergene darstellen. So ist es meist so, dass neben einer Futtermittelintoleranz einzelner Bestandteile auch verschiedene weitere allergene Faktoren eine Rolle spielen. Oftmals kann man nicht alle Allergene auf Anhieb am Anfang einer Therapie herausfinden, manchmal treten diese erst während einer Therapie zu Tage. So wird zum Beispiel eine Futtermittelallergie diagnostiziert und reguliert und eine Zeit nach Symptomfreiheit tritt während eines Spaziergangs eine Kontaktallergie auf.

Eine Therapie baut sich auf verschiedene Elemente auf:

Einerseits sind alle Noxen, die das Allergiegeschehen auslösen, zu meiden, was heißt Ernährungsumstellung, Vermeidung immunsuppressiver Stresssituationen, Vermeidung von Insektiziden und einer Medikamentengabe, welche nicht unbedingt während der Therapie erforderlich ist, keine zusätzlichen Belastungen durch Impfungen und – soweit als möglich – Vermeidung des Kontakts mit Umwelttoxinen.
Andererseits zielt die naturheilkundliche Therapie darauf ab, das Immunsystem schonend zu regulieren; die Überreaktionen nach und nach abzubauen.
Es gibt zwar keine allgemeingültige Allergentherapie, jedoch ist der Ansatz der Homöopathie identisch: nebenwirkungsfrei und regulativ Einfluss zu nehmen!
Hierzu stehen uns Tierheilpraktikern sehr viele verschiedene Einzel- und Komplexmittel zur Verfügung. Diese müssen jedoch individuell der Konstitution des Patienten sowie auch der vorhandenen Symptomatik angepasst werden; um Erfolg zu erzielen.
Weiterhin achten wir auf eine möglichst natürliche und gesunde Ernährung; welche auf die Regulation grundsätzlich – auch wenn es sich nicht um eine Futtermittelallergie handelt – einen großen Einfluss hat.
Ich setze bei der Therapie auch auf Stoffwechsel fördernde und entgiftende Kräutermischungen, welche eine reinigende Wirkung auf den Organismus ausüben und somit über den Hautstoffwechsel zur Regulation beitragen.
Oftmals sind die Erfolge innerhalb weniger Tage sichtbar, manchmal benötigt der tierische Organismus jedoch auch Monate zur Regulation.
Jeder noch so kleine Fehler wird in der Regel mit wieder auftretenden Symptomen bestraft; daher sind diese zu vermeiden.
Beispiel:
Ein Hund reagiert allergisch auf verschiedene Bestandteile in seiner Nahrung. Eine Regulation erfolgt über eine Umstellung der Ernährung und den Verzicht auf allergene Bestandteile innerhalb von 6 Wochen. Nach 10 Wochen der Symptomfreiheit und Regulation füttert der Hundehalter dem disponierten Hund ein Leckerchen mit genau den Bestandteilen, auf die er so sensitiv, nämlich

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Allergie beim Hund

Bildquelle: claudia Nehls

mit einer allergischen Reaktion, reagiert hat. Am nächsten Tag sind die Symptome wieder sichtbar. Zwar schwächer als zu Beginn der Therapie; jedoch bereits erkennbar. Werden nicht unmittelbar die Allergene aus der Fütterung gestrichen, kommt es erneut zur vorherigen schweren Symptomatik und die Therapie muss von vorne beginnen.
Häufig passiert es, dass trotz Symptomfreiheit und somit Regulation der allergischen Erkrankung bei Einhaltung eines zuvor ausgearbeiteten Ernährungsplans der Hunde- oder Katzenbesitzer die Ernährung erneut umstellt. Es passiert dann ebenfalls häufig, dass die Probleme nach kurzer Zeit wieder vorhanden sind.
Es scheint in der menschlichen Natur zu liegen, es stetig noch besser, noch optimaler, noch gesünder für das Tier „zu wollen“ und somit stetig Neues hinzufüttern und ausprobieren zu wollen.
Die Werbung auf dem unüberschaubaren Markt der Futtermittelindustrie gaukelt uns ständig neue und noch bessere Futtermittel, Pflegemittel und Ergänzungen vor; warum nicht dies oder jenes ausprobieren?
Aus diesem Grunde der Rat:
Wenn sich eine bestimmte Fütterung, ein bestimmtes Fernhalten von verschiedenen Faktoren, eine spezielle Handlungsweise bei Hund und Katze bewährt haben, sollte man diese Faktoren dauerhaft beibehalten und nicht – aus welchem Grunde auch immer – die bewährten Wege verlassen und Neues beginnen. Dieser Weg ist in der Regel der falsche Weg!

Die beste Vorsorge ist eine naturbelassene bzw. an die Natur angelehnte Ernährung und Haltung, ein tiergerechtes und liebevolles Verhalten, was wir unserem Tier grundsätzlich entgegenbringen sollten, wenig Unruhe und Stress, ein behagliches Zuhause und der Kontakt zu Artgenossen.
Alle Faktoren, welche ggf. eine schädliche Wirkung für unser Tier beinhalten könnten, sollten aus unserer Sicht gut abgewägt werden!


Textquelle:

Claudia Nehls
Zentrum für ganzheitliche Tierheilkunde (Stationäre Aufnahme von Pferden mit Hufrehe sowie gesunde Kräutermischungen speziell bei Hufrehe und Hufproblemen), THP C. Nehls, Bad Driburg www. tierheilkundezentrum.de, E-Mail: tierheilpraxis1@t-online.de, Fax: 05648/963334, Tel.: 05648/963335

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