
Kleiner Panda in Hannover
Bildquelle: Zoo Hannover
Wenn es eine Liebesgeschichte mit Happy End gibt, dann die von Manni und Mareike: Manni (8) und Mareike (9) sind „Kleine Pandas“ – wuschelige, braunrote Katzenbären mit einem putzigen weißen Gesicht – die sich Anfang des Jahres im Erlebnis-Zoo Hannover gefunden haben. (Nachdem Manni zweimal vor seiner vorherigen Partnerin Reißaus genommen hatte und lieber im hiesigen Stadtwald lebte, als mit ihr weiterhin die Anlage zu teilen). Mit Mareike aus den Niederlanden zog Mannis große Liebe in den Zoo. Die beiden verstanden sich auf Anhieb bestens, was sich bei Katzenbären darin zeigt, dass man denselben Baum bewohnt und gemeinsam am Bambus knabbert.
Es faucht und kratzt – und alles strahlt
Das Zooteam war guter Hoffnung, dass Mareike bald guter Hoffnung sein würde, konnte aber nicht sicher sein, weil Kleine Pandas ihr Privatleben vorwiegend nachts und unbeobachtet ausleben. Doch plötzlich im Juli trug Mareike zwei winzige hellbraune Fellknäuel im Maul aufgeregt über die Himalaja-Anlage.
Zum ersten Mal gab es im Zoo Hannover Nachwuchs bei den Kleinen Pandas! Ähnlich besorgt wie die junge Mutter, beobachtete das Zooteam das geschäftige Hin und Her auf der Anlage. Allein den Nachwuchs zu sehen, war ein eher schlechtes Zeichen. Denn eigentlich sollten Panda-Babys mit einem Geburtsgewicht von gerade 130 Gramm in einer Wurfhöhle liegen und frühestens nach sechs Wochen ihr Näschen nach draußen halten.
Die junge Mutter Mareike aber trug ihre beiden Kinder stundenlang von einem Versteck ins nächste und wieder zurück. Kurzerhand ließ der Zoodirektor den Bereich direkt vor der Anlage absperren, auf dass Mareike mehr Ruhe hätte und sie ihre Jungen in einem der Verstecke aufzöge.
Der Plan ging auf: Nach kurzer Zeit lag Mareike wieder entspannt neben Manni im Baum, von ihren Jungen keine Spur mehr.
Trotz aller Neugierde und auch Sorge, ob es dem Nachwuchs gut gehe, wartete das Zooteam Wochen, bevor es einen Blick in die Wurfhöhle wagte. Begrüßt wurde Tierpfleger Andreas Pohl von einem zarten Fauchen – die Mini-Pandas lebten! Knapp 420 Gramm wogen die Handvoll Pandas bei der ersten Visite.
Anfang September der zweite Blick in die Höhle: Wieder wurden die Tierpfleger von einem wütenden Fauchen begrüßt – diesmal begleitet von einem erzürnten Kratzen. Die kleinen Kleinen Pandas hatten sich prächtig entwickelt!
Mittlerweile sind die Jungtiere so groß, dass sie ihre Wurfhöhle hin und wieder verlassen und vorsichtige kurze Ausflüge machen – immer gut bewacht von Mutter Mareike, die erstaunlich schnell vom Baum herunter springt, wenn ihre Jungen auch nur zaghaft fauchen. In den nächsten Wochen werden sich die beiden Mini-Katzenbären immer öfter zeigen. Bis dahin braucht es viel Geduld, um einen Blick auf die schüchternen Jungtiere werfen zu können. Der seltene Anblick belohnt die Wartenden: Die beiden kleinen Kleinen Pandas sind echte Herzensbrecher.
Steckbrief: Der kleine Panda…
...lebt im Himalaja und in China
...ist der einzige Vertreter der Gattung Katzenbär
...frisst am liebsten Bambus, aber auch Laub, Gemüse und Früchte
...ist etwa 60 cm lang + 40 cm Schwanz, wiegt 4-6 kg
Lieblingsspeise Bambus
Der Name des Kleinen Panda ist aus dem nepalesischen „Nigalya ponya“ abgeleitet. Das heißt soviel wie „Bambusfresser“ und beschreibt die Lieblingsbeschäftigung des Katzenbäres damit treffend. Kleine Pandas leben im Himalaja und in den Bergen der chinesischen Provinz Sichuan versteckt in dichten Bambuswäldern und futtern den ganzen Tag Bambusblätter.
Geheimnisvolle Schwangerschaft
Kleine Pandas haben unterschiedlich lange Tragzeiten. Sie können 114 bis 145 Tage trächtig sein. Diese ungewöhnliche Eigenschaft wird auf die nährstoffarme Ernährung mit Bambus zurückgeführt. Um genug Milch für die Jungen zu entwickeln, muss die Mutter dreimal soviel Bambus essen wie gewöhnlich. Stimmen die äußeren Umstände nicht, legt der werdende Nachwuchs einfach eine Ruhepause in der Entwicklung ein.
Vom Aussterben bedroht
Der Erlebnis-Zoo Hannover beteiligt sich seit vielen Jahren aktiv am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Kleine Pandas. Die bedrohten Tiere werden in den europäischen Zoos gezüchtet, um ihren Bestand langfristig zu sichern und die Tiere nach Möglichkeit später wieder in geeigneten Lebensräumen anzusiedeln.
Zoo Hannover GmbH Pressestelle
www.zoo-hannover.de
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