Vermisst und spurlos verschwunden

gremmlin

Gremmlin

Bildquelle: Claudia Nehls

Rückblick auf meine Kindheit:
1977 verschwand unsere Beaglehündin Betty spurlos. Betty spielte mit anderen Hunden und lief mit mehreren Hunden eine Wiese hinunter, auf den unteren Teil hatte meine Mutter, die mit ihr im Park spazieren ging, keinen Einblick. Alle mit Betty spielenden Hunde kamen die Wiese wieder herauf, nur Betty nicht!
Betty kam nie wieder! Eine große Suchaktion folgte, der Park wurde stundenlang von allen Hundebesitzern abgesucht; Zeitungsanzeigen, Aushänge bei Tierärzten und Vermisstenmeldungen folgten: es gab nie wieder eine Spur von Betty. Ich telefonierte – ich war damals 11 Jahre alt – mit Versuchslaboren und versuchte, eine Spur, einen Hinweis zu bekommen, meine Betty wieder zu finden. Betty war auch tätowiert; doch nie wieder erreichte uns ein Hinweis auf Betty..

Heute:
Im Juni 2007 verschwand unser Kater Gremmlin spurlos. Gremmlin ist 7 Jahre alt, weiß, kastriert und taub. Gremmlin hat ein blaues Auge. Gremmlin hielt sich nur im Umkreis unseres abgelegenen Tierheilkundezentrums auf. Die nächste Hauptstraße ist 2 KM entfernt, ebenso der nächste Nachbar. Rad- und Wanderwege sowie Wiesen und Felder grenzen an unser Grundstück. Der Autoverkehr ist beschränkt auf wenige Fahrzeuge pro Tag. Gremmlin lief nie in den Wald, so, dass man Angst haben müsste, er wäre von Jägern erschossen worden. Unsere Jäger erschießen auch keine Katzen. Wir fragten natürlich trotzdem nach, ob ggf. eine Katze erschossen, eine Falle aufgestellt wurde. Nein!
Überfahren? Nein, schließen wir aus. Wir hätten zumindest Spuren von Gremmlin, wie Blut, Fell usw. finden müssen. Wildtiere? Diese gab es immer; und hätte sich Gremmlin wirklich mit einem Fuchs oder Waschbären angelegt, auch hier hätte es Spuren geben müssen; zumindest etwas weißes Fell, etwas Blut o. ä. hätten wir sehen müssen. Wir suchten weiträumig das umliegende Gelände mehrmals ab. Keine Spur von Gremmlin.. Gremmlin verschwand tagsüber, nicht nachts. Ich sah ihn zuletzt vormittags, dann nie wieder!

Dann:
Am 23.07.2007 verschwand unser Bic Mäc, ein roter einjähriger kastrierter Kater. Bic Mäc trug einen Irokesenschnitt, damit wir ihn besser von seinem Bruder Garfield unterscheiden können. 9 Tage keine Spur von Bic Mäc!
Es folge eine große Suchaktion, Zeitungsanzeigen, Aushänge im Tierheim, bei Tierärzten, Vermisstenmeldungen in der Gegend. Ich setze eine Belohnung von 5.000,00 Euro aus; egal, dass das mein gesamtes Erspartes ist, vielleicht habe ich so eine Chance, ihn wieder zu bekommen.
Ich gehe zu diesem Zeitpunkt davon aus, dass beide Kater gestohlen wurden. Auch Betty wurde damals ganz bestimmt gestohlen. Gestohlen? Von wem? Waren es „nette normale“ Menschen, welche die Katzen einfach nur süß fanden und aus diesem Grunde mitnahmen? Oder steckt eine organisierte Kriminalität hinter dem Diebstahl? Sind Gremmlin und Bic Mäc von professionellen Tierfängern eingefangen worden, werden zu Rheumadecken verarbeitet oder landen in Versuchslaboren? Wurde Betty damals an ein Tierversuchslabor weitergeleitet?
Unsere Tiere laufen nicht weg, soviel ist sicher!

9 Tage später:
Bic Mäc sitzt wohlbehalten wieder vor unserer Türe.
Ein unbeschreibliches Gefühl, da ist der kleine Mann wieder, wohlbehalten, gepflegt, dicker als zuvor und ebenso lieb und anhänglich wie immer. Bic Mäc muss in einer Wohnung gewesen sein; nach 9 Tagen in der Wildnis sähe er ganz anders aus: dünner, struppiger, ausgehungert..
Nein: Bic Mäc ist nichts Schlimmes widerfahren, er ist ebenso vertrauensvoll uns Menschen gegenüber, wie er es immer war. Das Schicksal bleibt zwar ungeklärt, aber Hauptsache, er ist endlich wieder zu Hause.

Ich fange an – nach ziemlich genau 30 Jahren – jetzt erwachsen, mich wieder intensiv mit dem Thema der vielen vermissten Hunde und vor allem Katzen zu beschäftigen.
Ich lerne viele nette Menschen kennen, so die Tierversuchsgegner Puhlheim und verspreche mir selbst, dieses schreckliche Thema in meinem weiteren Leben nicht mehr zu vergessen. Ich möchte ein Stück dazu beitragen, dass die Menschen, auch wenn sie nicht betroffen sind, Augen und Ohren offen halten! Wenn wir alle für dieses Thema sensibilisiert werden, wenn alle Tierliebhaber kritisch und mit wachem Blick reagieren, hinterfragen, nur dann können wir alle dazu beitragen, dass das Thema Tierdiebstahl zumindest zurückgeht und nicht weiter zunimmt. In unserer Gesellschaft achtet jeder nur noch auf sich, dies muss sich ändern. Auch die Medien müssen ihren Teil hierzu beitragen; sie haben eine menschliche Verpflichtung, die vielen Tierliebhaber und Tierbesitzer aufzuklären. Aufzuklären, damit sie ihr Tier besser schützen können, aufzuklären, damit sie mit wachem Blick und nicht gleichgültig reagieren, wenn sie eigenartige Entdeckungen machen, eventuell Zeuge eines Tierdiebstahls werden. Fakten und Pressemitteilungen der Tierschützer müssen einen festen Platz in den Medien finden.

Dem ist bisher nicht so: die Medien sehen zur Veröffentlichung nicht die gebotene Veranlassung; Pressemitteilungen der Tierversuchsgegner Puhlheim und der vielen anderen Tierschutzvereine werden nur selten veröffentlicht!
Ich möchte in regelmäßigen Abständen dieses Thema aufgreifen; Warnungen und neue Erkenntnisse veröffentlichen und so ein kleines Stück dazu beitragen, dass das Tierelend ein kleines bisschen weniger wird, dass Tiere in unserer Gesellschaft ein kleines bisschen mehr Würde erfahren.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter:
www.haustierdiebstahl-in-deutschland.de

Dicki

Dicki

Bildquelle: Claudia Nehls

Andererseits werden Tiere einfach ausgesetzt:
Als wir im Tierheim die Vermisstenanzeige unserer Kater aushingen, trafen wir den roten kastrierten Kater Dicki: Dicki wurde an der B 64 Ausfahrt/Einfahrt Bad Driburg im hintersten Gestrüpp in einer viel zu engen Transportkiste (ca. 2 KM entfernt vom Tierheim Bad Driburg!!) ausgesetzt. Dicki sollte nicht gefunden werden; es ist nur einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass zufällig Bauarbeiter an diesem Tag dort beschäftigt waren und Dicki ganz weit im hintersten Gestrüpp stehend auffanden. Sie brachten ihn am Mittwoch, den 25.07.2007 ins Bad Driburger Tierheim; wir nahmen ihn am darauffolgenden Samstag sofort mit nach Hause. Vielleicht kann ein Leser Hinweise zu Dicki geben? Ich würde gerne etwas mehr von seiner Vorgeschichte wissen. Dickis Kennzeichen sind: ein verkrüppeltes rechtes Öhrchen (wohl Kampfverletzung mit anderem Kater) und mehrere kleine schwarze Punkte auf der Lippe sowie um die Augen; er hat ein sehr schlechtes Gebiss und zwei abgebrochene Fangzähne; Dicki ist schätzungsweise im mittleren Alter; wir wissen es aber nicht genau; da seine Vorgeschichte völlig unbekannt ist. Ich könnte mir vorstellen, dass er früher Freigänger war und die letzten Jahre ggf. bei älteren Leuten sehr verwöhnt wurde. Vielleicht musste die ältere Dame/der ältere Herr ins Altersheim, vielleicht sind sie auch gestorben. Vielleicht haben die Hinterbliebenen ihn einfach ausgesetzt? Ich würde mich sehr freuen, wenn ich ein wenig mehr über Dicki erfahre, da er nicht ganz gesund ist.


Textquelle:

Claudia Nehls
Zentrum für ganzheitliche Tierheilkunde (Stationäre Aufnahme von Pferden mit Hufrehe sowie gesunde Kräutermischungen speziell bei Hufrehe und Hufproblemen), THP C. Nehls, Bad Driburg www. tierheilkundezentrum.de, E-Mail: tierheilpraxis1@t-online.de, Fax: 05648/963334, Tel.: 05648/963335

DHD-Profil der Tierheilpraktikerin

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